Fazekas Rózsa: Gróf Károlyi György naplófeljegyzései 1833–1836 - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 26. (Nyíregyháza, 2003)

Függelék - A naplófeljegyzések német nyelvű szövege

Doch ich bin nicht disponiert heute, mich über diesen Punkt in nähere Erörterung einzulassen. Ein Buch, es muß ich noch erwähnen, Une heur trop tard par Alphonse Kaar, ein miserabler, in jeder Hinsicht schlechter Roman, kaum der Mühe wert, damit die Zeit zu verlieren. Rom, den 20 ten Dezember, Ich bin nun 10 Tage hier, und kann nicht umhin, mir den Eindruck, den diese Stadt sowohl als mein hiesiger Aufenthalt auf mich gemacht haben, aufzuzeichnen. Ich hatte viel von Rom gehört und gelesen, hatte mir aber Rom doch ganz anders vorgestellt, denn ich gestehe, obwohl ich mich für etwas nicht leicht montiere, so werde ich doch nie den Eindruck vergessen, den der erste Eintritt in die Petruskirche und der erste Einblick des Capitols, des Forum Romanum und des Coliseums auf mich machten. Bei dem ersteren erhebt sich der Geist unwillkürlich gegen den Schöpfer, und ein Gefühl der Andacht bemächtigte sich unwillkürlich meiner, das zweite führt einen zu tiefem Nachdenken über gefallene Größe und die Vergänglichkeit alles Irdischen. Ich bringe meine Zeit hier meist mit Ansehen sämtlicher Merkwürdigkeiten zu, die ich hier nicht wiederholen will, weil sie in jedem guide de Rome zu finden sind, und ich schwerlich hierüber etwas besseres schreiben könnte. Ich habe die Weihnachtsfeiertage hier zugebracht, und alle die Kirchenfeierlichkeiten gesehen, ich gestehe aber, daß der Anblick des Sanctpetri Doms, wenn er leer oder nur mit wenig Menschen gefüllt ist, meinen Geist vielmehr zum Allmächtigen erhebt als diese theatralischen Vorstellungen, die ich heute sah, mich zur Andacht stimmen. Ich begreife nicht, wie man das Sublime, Einfache und Erhabene der christkatholischen Religion durch all [...] des Kultus, die vielleicht im finsteren Mittelalter notwendig waren, noch vorkam im Jahrhundert der Aufklärung, so entstellen kann. Wenn man sich den Nachfolger des Heiligen Petrus auf einer Tragbahre von 12 rotangetanen Kerlen unter einem Baldachin getragen sieht, vor 2 mit imensen pfauenfedernen Fächer tragende Individuen begleitet, um die Fliegen und Insekten abzuwenden, von beiden Seiten 4 geharnischte Italiener Ritter vorstellend begleitet, so glaubt man sich wirklich eher in einem Ballett, als vor den Augen des Allerhöchsten versammelt, um ihn anzubeten. Wo sind denn erst alle die [...] bei der Messe des Papstes, wo er von einem jeden Rang der Geistlichkeit auf eine andere Art geküßt wird, von den Kardinälen auf die Hand, die Bischöfe aufs Knie, der übrige Klerus auf den linken Fuß. Das ist also die erhabene Lehre der christlischen Demut, der unser Erlöser und seine Aposteln mit Worten und Handlungen bewiesen. Und dann wundert man sich,

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