Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)

DIE GESCHICHTE DES SZÉKESFEHÉRVÁRER ARCHIVS

In dem Archiv wurden auch silberne Gelder, Wertsachen und Ur­kunden von Privatpersonen abgelegt. Es kam auch vor, daß jemand während seines Militärdienstes seine Akten und Wertsachen abgelegt hat. Dementsprechend wurde 1826 eine stärkere und sicherere Tür vor dem Zimmer des Archivs montiert. Ab Ende des XVIII-ten Jahrhunderts waren die gefundenen Gel­der und Gegenstände eher im Grundbuchamt aufbewahrt. Ab Ende der 1830-er Jahren nannte man dieses Amt „Kasse der Depositen", da hier auch Vorschüsse für Immobilienkäufe aufbewahrt wurden. 47 Infolge des Ausbaus der bürgerlichen Verwaltung wurden auch die Aufgaben des Archivars festgelegt. Die im Frühling 1848 publi­zierte Statut sprach über die Aufgaben nur in großen Linien: „Die Be­stimmung ist, daß das Archiv ohne Erlaubnis keine Urkunden an fremde Leu­te 48 aushändigen darf und die Akten müssen in Ordnung gehalten werden. " 49 Im Mai 1 848 bewarben sich bei der Beamtenneuwahl drei Perso­nen um die Archivarstelle aber János Mihalik 50 gewann die Stelle mit überwiegender Mehrheit gegenüber István Heller und Elek Farkas. 51 Mihalik bewarb sich auch um eine der Ratsherrstellen aber er erlitt eine Niederlage von János Niczky (Nitzky), der früher Hauptrichter war. Der Archivar gehörte zu dieser Zeit zu den Stadtbeamten, 52 des­wegen hatte er auch andere Aufgaben. Die Ratsitzung ernannte ihn z.B. am 18-ten Mai 1848 zum Kommissar der Metzger- und Weber­zünfte. 53 Während der Ereignisse der Revolution und Freiheitskampf von 1848/49 kommt der Name von Mihalik in den Quellen mehrmals hervor. Er nahm am 6-ten Oktober 1 848 an dem Zusammenschreiben der Güter des hingerichteten Grafen Ödön Zichy teil. Wie bekannt, im Sinne des Kinderlosigkeits-Gesetzes beschlagnahmte die Stadt die Wertsachen des ehemaligen städtischen Administrators. Mit der Be­schlagnahme und Zusammenschreiben wurden der Ratsherr György Baur, der Offizier-Hauptanwalt Vilmos Linzer, der Archivar János Mi­halik und der Vertreter István Peresztegi Nagy beauftragt. 54 Der Offiziersrat und die Versammlung funktionierten bis 29. De­zember 1 848. Da wurde eine „ständige" Kommission von 19 Mitglie­dern mit der Führung von József Orsetti gegründet. Ihre Aufgabe war die Sicherung der „öffentlichen Ordnung und Ruhe". Mihalik wurde am 29-sten Dezember 1848 bei der Erweiterung der ständigen städti­schen Kommission zum neuen Mitglied gewählt. 55 Diese Körper-

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