Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)

GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER SZÉKESFEHÉRVÁR

Zentralverwaltung - Germanisierung und Hochschätzung des Reiches - fand bei den Bürgern keinen Beifall. Der Stadtmagistrat beschloß 1814, daß die Protokolle über die Sitzungen des Stadtrates in ungari­scher Sprache gefaßt werden sollen. Einige Gremien schrieben die Protokolle auch vorher ungarisch, sogar in den früheren Jahrhunder­ten kennt man offizielle Schrifte in der Muttersprache. Der Verein der Székesfehérvárer Nationalschauspieler wurde 1818 gegründet, dazu trugen die Reformadeligen und die Honora­tiore bei. Zielsetzung des Vereins war unter anderem die Kultivie­rung, Verbesserung und Verbreitung der ungarischen Sprache. In der ersten Saison spielten sie in Székesfehérvár, in dem nächsten Jahr in Buda und Pest. In ihrer Repertoir standen hauptsächlich die Werke von Károly Kisfaludy. Die Erwachung der Stadtbürger bedeutete, als ihre Vertreter an der Landesversammlung in Pozsony (1825) für die Krönungsrechte auftraten. Es brachte kein Ergebnis, die Krönungszeremonien wurden auch nachher nicht in Székesfehérvár abgehalten. In dem Reformzeitalter erschienen hier bedeutende Werke. Zu Ende des XVIII-ten Jahrhunderts gab es nicht nur die wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen, sondern auch die Ansprüche, die die Arbeit von Druckereien und Buchhandlungen sicherten. Die Drucke­rei Számmer ist eine der bedeutendsten, hier erschienen die Bücher „Bujdosók" (1830) und „Csongor és Tünde" (1 83 1 ) von Mihály Vö­rösmarty. Die Bewegungen des Reformzeitalters, die Erziehung in den Gymnasien und die Vereine trugen gemeinsam dazu bei, daß hier ein bedeutendes Nationalbewußtsein zu fühlen war. In diesem Gebiet hatten das Fejérvári Casino und das Székes-Fejérvári Casino eine wichtige Rolle. In dem Fejérvári Casino unterhielten sich hauptsächt­lich die liberalen Adeligen des Komitates, das Publikum des Szé­kes-Fejérvári Casinos bestand aus den Stadtbürgern und Beamten. Am 31-sten Mai 1840 wurde der Leserverein des Komitates gegrün­det, der auch die erste Ausleih-Bibliothek verwaltete. Die Selbstorganisation der Gesellschaft wurde dank der früher ge­gründeten Zivilorganisationen auch verwirklicht. Das Székes-Fejér­vári Casino nahm die Initiative und gründete den Wirtschaftsverein des Komitates unter dem Namen „Verein der Weinbauer, Obstbaum-

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