Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Skizze über die Verfolgung der katholischen Kirche in Ungarn (1945-1957)
Vorbereitung des Frühstücks, als ein Messdiener hereinstürzte und sagte, dass der Herr Kaplan noch nicht da wäre und die Gläubigen auf ihn warteten. Sie mögen noch in Geduld warten, antwortete ich, er wurde bestimmt zu einem Kranken gerufen. Dann kam der Messdiener noch einmal und entdeckte die Bluttropfen an der Wand. Ich erschrak sehr und ahnte etwas Schlimmes. Sofort stieg ich auf das Fahrrad und fuhr nach Szentgotthärd zum Pfarrer. Vor der Polizei hielt mich Mária Kosztolánczy an, die Assistentin von Herrn Doktor Hantos, und fragte, wohin ich fahren würde. Nachdem ich geantwortet hatte, erwiderte sie, ich soll zur Polizei gehen, denn der Herr Kaplan liegt auf dem Grundstück des Stocker- Hauses in Zsida neben dem Misthaufen. " Gleichzeitig hielt Ferenc Kozma die heilige Messe in Farkasfa. Während dessen wurde er vom Altar weggerufen. Er wechselte einige Worte mit jemandem, dann feierte er weiter die Eucharistie. An seinem erschütterten Gesicht konnte man ablesen, dass etwas Außerordentliches geschehen war, ein Priester durfte nämlich den Altar nicht verlassen. Nachdem er die Messe beendet hatte, teilte er tief ergriffen die entsetzliche Nachricht den Gläubigen mit, was in der Nacht geschehen war: Kaplan János Brenner war ermordet worden. Die Mitglieder der Familie Brenner erfuhren folgendermaßen das tragische Ereignis: Frau Julianna Wranowich Brenner: ..Am Vormittag gegen 10 Uhr klingelte es, mein Mann machte die Tür auf. Als er zurückkam, schleppte er sich nur noch und zeigte mir das geöffnete Telegramm: Jancsika ist tot' - las ich den Text. Wir beide sanken in den Lehnstuhl hinein und saßen einfach wortlos da. Es war schrecklich daran zu denken, dass ich ihn nicht mehr sehe, dass er mich nicht mehr umarmt oder beim Vorbeigehen nicht mehr streichelt. Ich schloss meine Augen, denn ich wollte ihn sehen, und ich sah ihn. “ 70