Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Schriften von János Brenner

gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um Diener aller zu werden. Nicht er braucht unsere Anbetung und Huldigung, sondern wir brauchen es, uns in der Stille der geheimnisvollen Nacht in Bethlehem vor ihm niederzuwerfen. Erst in der Stille des Stalles können wir das Licht wahrnehmen, das aus der Krippe hervorströmt. Die Kirche lehrt uns. Sie zeigt uns die große Liebe, die den eingeborenen Sohn Gottes zu uns gebracht hat. Wir werden ver­stehen, dass die Lösung der Probleme zwischen Mensch und Mensch nur die Liebe des Gottessohnes sein kann. Sie ist die wahre Liebe, die selbstlos ist, die nicht ihren Vorteil sucht, die Seelen öffnet und sie miteinander eng verbindet. Sie hilft aus der Unfruchtbarkeit und Kälte der Selbstsucht heraus, löst und erwärmt die Einsamkeit und macht sie zum Miteinander. Sie schließt uns zur Gemeinschaft zusammen, zugleich macht sie uns aber zu Individuen. Wir können auf diese Weise verstehen, dass es der Sinn der Menschwerdung Jesu ist, wenn er in uns Fleisch annehmen kann. Das heißt, wenn die Liebe, die ihn auf die Erde gebracht hat, in unseren demütigen Herzen entfacht wird. Der Gottessohn ist gekommen, damit wir Menschen wer­den. Und siehe, wir können nur Menschen werden, wenn wir vergöttlicht werden, wenn seine Züge in unserer Persönlichkeit immer mehr Gestalt annehmen: Seine sich uns zuneigende barmherzige und sich verzehrende Liebe, seine Armut und Demut. Amen. Danksagung am Ende des Jahres 31. Dezember 1956 Liebe Brüder und Schwestern in Christus! 186

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