Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

fiel auch den Feinden der Kirche auf. Sie betrachteten seine apostolische Tätigkeit mit böser Absicht und entschlossen sich, seinem Leben ein Ende zu setzen. An ihm ist die Verschwörung der Bösen aus dem Buch der Weisheit in Erfüllung gegangen: „ Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. [...] Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt. So denken sie, aber sie irren sich, denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind. Sie ver­stehen von Gottes Geheimnissen nichts“ (Weisheit 2, 17-22). Der junge Seelsorger hat die Probe bestanden. Er stand aufrecht wie die Pappel im Wind. Er schrak nicht zurück, als man ihm mit dem Motorrad unterwegs im Wald von Farkasfa Flolzklötze hingeworfen hatte. Warum? Weil er sein Leben als Opfer Gott ganz hingab. In seinem Herzen ertönte immer wieder das Wort Jesu: Der Jünger „ ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15, 20). Sacerdos victima. Er ist zum Priester geworden. Als Stellvertreter des Opfers Christi bekannte er mit dem heiligen Paulus: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1, 24). In jener frostigen Dezembernacht waren sein Leiden und Märtyrertod der Gipfel seines Lebens, das er ganz und restlos Gott opfern wollte. In jenen schweren Stunden erlebte er wie Jesus die Qualen der Verlassenheit. Durch die Annahme von all diesem wollte er dem Vater vollkommen gehorchen. Auf seinem Pilgerweg begegnete Jesus auch Heiden. Damals verkündete er: ,, Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12, 26). „ Und ich, 159

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