Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

meiner Berufung würdig wird und ich heilig werde, denn ich will Dir alles sofort und ohne Vorbehalt geben. “ Jemand kann ein so bewusstes und reifes Bekenntnis mit 19 Jahren nur aus der außerordentlichen Gnade Gottes heraus machen - wenn er auch von Gott auserwählt ist. Aus dieser bewundernswerten christlichen Verpflichtung her­aus, die er von Anfang an gehabt hatte, entsprang auf natürliche Weise sein eifriges Priesterleben. Er war für die Gläubigen zu jedem Opfer bereit. Besonders begeisterte er sich für die Kinder und die Jugendlichen. 1957, nach der Niederschlagung des Aufstandes, im Jahr seines Todes, gab es für einen jungen Priester keine größere Schuld als diese. Die schlimmsten Feinde der Kirche entschlossen sich, seine unverzeihbare Schuld auf böse und grausame Weise zu vergelten. Er wusste darum, dass die Feinde nach ihm trachten. Er flüchtete aber vor den Gefahren nicht. Als sich sein Bischof um ihn sorgte, antwortete er: „ich habe keine Angst und nehme jedes Opfer gern an.“ ln seinem Tagebuch schrieb er: „Ich weiß, dass Du die Deinigen vor Leiden nicht verschonst, denn sie erhalten davon unendlichen Gewinn. “ Wer weiß, vielleicht war dieser Satz, indem er ihn aufschrieb, bereits sein Jawort zur auszeichnenden Gnade Gottes, mit der er ihn zum Empfang der Märtyrerpalme einlud. Die Stunde der Gnade war bald gekommen. Menschlich gesehen war die Bosheit entsetzlich, die ihn lügnerisch in die Falle lock­te, tückisch angriff und auf grausame Weise - mit 32 Messerstichen - sein Leben auslöschte. Zugleich war es ein­deutig, dass er sein teures Leben für die Sache Christi hingegeben hatte, und zwar beim priesterlichen Dienst, während das Altarsakrament an seiner Brust, an seinem Herzen lag. Was könnte noch mehr überzeugen, dass er wirklich den Märtyrertod starb? Wir sind bester Hoffnung, dass die zuständi­141

Next

/
Oldalképek
Tartalom