Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Bekenntnisse

wenn die Tür nicht sofort aufgemacht wird. Ich meinte, sie suchen die Tagebücher, deshalb wollte ich sie im Eisenofen im anderen Zimmer verbrennen. Ich war gerade beim Anzünden, als ein Staatssicherheitsbeamter mit einer Maschinenpistole hereintrat. Ich richtete mich auf, aber zum Glück entzündete sich das Feuer nicht, es wäre sonst verdächtig gewesen. Er suchte Menschen, keine Schriften. Dr. László Gyürki - Im Ordinariat des Bistums Szombathely war ein harter - vielleicht ist der Begriff bekannt - „Schnurrbartsbischof1, ein Beauftragter der Staatssicherheitsbehörde, tätig. Der Generalvikar war ebenso ein Mann des Staates. Die beiden ver­walteten die Schicksale der Priester im Bistum. Die Verängstigung war sehr groß im Bistum Szombathely. Ein kleiner Kern, die Friedenspriester konnten einigermaßen die Bevorzugungen des Staates genießen, das heißt, sie wurden in bessere Stellen eingesetzt, auch die Kapläne. Das war noch bis 1969 so. Zum Beispiel: In einem Hirtenrundbrief wurde kundgegeben, dass die Pfarrei in Olaszfa frei geworden wäre, man konnte sich bewerben. Ich konnte mich bewerben, weil ich promoviert war, und keine Pfarrerprüfung brauchte. Der staatliche Kirchenbehörderat suchte mich auf und fragte mich, woher ich den Mut hätte, mich zu bewerben. Ich antwortete: „Bitte, der Bischof hat es kundgetan.“ „Und was meinen Sie? Ich kann Ihnen nicht garantieren, dass Sie keinen Nachtbesuch bekommen.“ József Brenner- In jedem Ordinariat war ein Beauftragter der Staatlichen Kirchenbehörde tätig. Das Volk nannte diese Leute „Schnurbarrtsbischöfe“. Ihr Auftrag war es, die Anordnungen der zentralen Regierung in den Bistümern durchzusetzen. 120

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