Borza Tibor (szerk.): A Magyar Kereskedelmi és Vendéglátóipari Múzeum évkönyve 1976 (Budapest, Magyar Kereskedelmi és Vendéglátóipari Múzeum, 1976)

Borsos László: A középkori kereskedelem és vendéglátás építészeti emlékei Budán

|~LÁSZLÓ BORSOS I MITTELALTERLICHE BAUDENKMÄLER DES HANDELS UND DES GASTGEWERBES IN BUDA Nach der Staatsgründung entwickelte sich Pest, die wichtigste Handels­stadt des Landes, aus der römischen Grenzstadt und aus der Brückenkopf­stellung an der Donau, am Treffpunkt der ostwestlichen Festland- und Wasser­strassen. Das Zentrum der auf dem jenseitigen Berg nach der Tatarenwande­rung gegründeten Burg Buda war der heutige Dísz (Parade) Platz, der früher nach der dort stehenden Kirche Sankt Georg-Platz genannt wurde. Im Erd­geschoss der den Platz umgebenden Bürgerhäuser befanden sich die Räumlich­keiten des Grosshandels und des Kleingewerbes. In der Mitte des sich auf zwei Strassen verzweigenden Platzes standen die Buden der Kleinhändler, am öst­lichen Strassenabschnitt die Zelte der Marktfrauen, auf dem Platz wurden Jahr­märkte gehalten. Auf dem charakteristischen Grundrissplan der auf tieflie­genden Grundstücken quergebauten, schmalen Häuser mit geschlossenem Hof, sind die Gewölbe und die Werkstätten heute fast nicht zu erkennen. In der Mitte des Platzes zeigen die in Stein gebauten Krämerhäuser, die „stain kré­mén" eine andere Bauweise. Die kleinen ebenerdigen, aus drei Zellen beste­henden Häuser wurden mit neueren Trakten und Anbauten zu geschlossenen Häuserblöcken umgebaut. Die ausgegrabenen Auslagen, Lichthöfe, Türen und Konsolstutzen der Vordächer weisen auf ihre ursprüngliche Funktionen hin. Von dem Budaer Gastgewerbe im Mittelalter sind uns wenige schriftliche und noch weniger bauliche Denkmäler erhaltengeblieben im Vergleich zu dem reichen Material der Weinschänken der Erzeuger. Die meist auf zwei Ebenen befindlichen Weinkeller mit den anschliessenden Kellerhöhlen und die sehr mannigfaltigen Nischen mit Sitzplätzen der als Weinausschank benutzten Tor­eingänge sind dagegen erhaltengeblieben. Diese, meist aus zwei Sitzplätzen bestehenden Nischen, wurden zu Reihen vereinigt, ihr Spitzgewölbe wurde mit Klee-, Konsolen- und Blattornamenten dekoriert. Später erscheinen die Nischen mit 3—4 Sitzplätzen (Sedilien), die mit Segmentbogen oder Halb­kreisen bedeckt wurden. So eine Nischenreihe wurde auch in einem Saal un­seres Museums freigelegt. Von den 70 ursprünglichen Häusern in dem Wohnviertel der Festung hat man in 35 Toreingängen solche Nischen gefunden. 79

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