Vajk Éva szerk.: Textil-és Textilruházati Ipartörténeti Múzeum Évkönyve (IX) 2001 (Budapest, 2001)

Domonkos Ottó: A gyöngyösi kalaposok, 1838

Ottó Domonkos Die Hutmacher von Gyöngyös, 1838 Simon Jablonszky wurde 1805 geboren, hat 1824 als Hutmacherlehrling ausgelernt und ging 1825 auf die Wanderschaft. Niemals überschritt er die Grenzen des Landes, arbeitend verbrachte er eine län­gere Zeit in Siebenbürgen. Er kehrte 1828 heim und heiratete noch im selben Jahr. Zwischen 1829 und 1843 wurden dem Ehepaar sechs Kinder beschert, fünf davon starben noch im Kindesalter. Der einzige großgewordene Sohn erlernte das Gewerbe nicht, sondern wurde Soldat. Die Hutmacher von Gyöngyös bildeten eine deutsche Zunft, obwohl sich unter den Mitgliedern auch Ungarn befanden. Ihr 1819 erhaltener Zunftbrief war auch in deutscher Sprache verfaßt und deutsch blieb auch ihre neue Satzung aus dem Jahre 1821. Die Mitglieder der Innung gehörten im 18. Jahrhundert wahrscheinlich zur Hauptinnung von Buda. Im Laufe seiner Wanderung mußte Jablonsz­ky viele rohe und grobe Gepflogenheiten erleiden, die er den deutschen Gesellen zuschrieb. Gerade diese Erfahrungen bewogen ihn dazu, im Jahre 1838 seine Ansichten zur Verbesserung des Zunftle­bens zusammenzufassen. Im Vorwort des Manuskripts betont er, daß sie wegen des gewaltsamen Verhaltens der deutschen Gesellen nicht ruhig leben können. Seine Erfahrungen möchte er seinen Meistergenossen darlegen, damit sie gemeinsame Ansichten ausgestalten können. Er drängt darauf, daß die Zünfte ungarisch wer­den, weil in diesen die Moral und das anständige Leben und Verhalten entsprechend sind. Er beanstandet, daß die Gesellen der Siebenbürger Innungen aus den Werkstätten in Gyöngyös ausgeschlossen werden. Er selbst hält die Herstellung der besten und haltbaren Hüte in Ungarn für entsprechend und hält es nicht für notwendig, daß Ungarn ins Ausland auf die Wanderschaft gehen. Im Kapitel über die Lehrlinge bemängelt er die religiöse und moralische Erziehung, beschwert sich über die Vernachlässigung der Sonntagsschulen und erhebt Einspruch gegen den allgemeinen Bildungsmangel, wobei das Heimatland gebildetere Bürger benötigen würde um vorwärts zu kommen. Er hält es für ungerecht, daß die Zünfte für die Verdingung von Lehrlingen hohe Summen verlangen, wodurch sie viele von dem Erlernen eines Gewerbes abhalten. Ein besonderes Kapitel behandelt auch die Gesellen. Im allgemeinen meint Jablonszkv, daß die deutschen Gesellen nach dem Auslernen im Besitz der vollen Freiheit durch ihre Genossen zu häufi­gen Ausschweifungen und Liederlichkeiten gezwungen werden, da letztere die Spesen der Gesellen­einweihung erzwingen. Höchste Tugend ist das Zusammenhalten und das sich gegen den Meister Stellen. Ein Beispiel dafür ist die Entehrung (Schimpmng) der Zunft von O-Arad, als die Gesellen die Stadt verließen und nach Temesvár zogen. Leider machten hier die Meister einen Fehler, indem sie die Gesellen anwarben, obwohl sie von der Verurteilung letzterer durch das Gericht wußten. Die Meister in O-Arad durften nur nach Abzahlung einer Geldstrafe Gesellen anwerben. Einige Jahre später entehrten die Gesellen die Zunft von Temesvár. Die Umfragen in den Herbergen erbrachten viele Möglichkeiten zu Geldstrafen und dann zu Zechereien. Jablonszky schlägt das bessere Einhalten der Zunftsatzungen, das Erziehen und Zwingen zum tugendlichen Leben vor. Bezüglich des Meisterwerks erkennt er das Bestreben der Meister an, wonach diese den Anstieg der Zahl durch hohe Taxen hindern wollen um dadurch ihren Unterhalt zu sichern. Er gibt jedoch zu, daß dies die Unzufriedenheit und Auflehnung der Gesellen, die nicht zum Meister werden können, herbeiführen kann. Er hält die Einberufung einer landesweiten Zunftversammlung für nötig, wo die Meister ihre allgemeinen Beschwerden formulieren könnten und diese dann dem Palatin oder dem Statthalterrat vorlegen würden. Uber die kranken Meister schreibt Jablonszky mit Bedauern, da diese den in den Werkstätten ar­beitenden Gesellen ausgeliefert sind. Die Forderung des Lohnzusatzes für die Erhöhung der Kosten der Küchenversorgung stürzt den armen Kranken ins Verderben. Die Unkosten der Krankenpflege

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