Horváth József - Okolitsny Eörs - Mészáros Balázs szerk.: Textilipari Múzeum Évkönyve 1. 1978 (Budapest, 1979)

Dr. Dischka Győző a műszaki tudományok doktora: A magyar textilipar történetének rövid áttekintése

Gy. Dischka: Kurzer Ubersicht der Geschichte der ungarischen Tex­tilindustrie Zusammenfassung Das Spinnen und Weben war eine weitverbreitet Hausindustrie in Un­garn, aber die Spinner, Weber, Färber, Tuchwalker, Tuchscherer usw. haben sich erst im XIV. Jahrhundert in Zünfte organisiert. Diese ü­berwachten streng die Arbeit ihrer Mitglieder, die Einhaltung der festgesetzten Preise und genossen Schutz gegen Pfuscherer. Im XVIII . Jahrhundert lösten sich die Zünfte auf und königliches De­kret machte die industrielle Tätigkeit für jederman frei. Der Schwerpunkt der Textilwarenerzeugung versetzte sich auf die Manufak­turen. Diese machten Gebrauch von den genialen Erfindungen, die die Erzeugung von Konsumwaren revolutionierten und zur Massenfabrikation führten. In Ungarn waren im XVIII. Jahrhundert 95 Textilmanifaktu­ren tätig. Der grösste Teil dieser hatte kein langes Leben und nur sehr wenige entwickelten sich zu Textilfabriken, da ihnen das dazu notwendige Kapital fehlte und die Konkurrenz der zollfreien Waren der entwickelten österreichischen Textilfabriken die Prosperität der neuen Fabriken fraglich machte. Nach Abschluss des Versöhnungsabkommen mit dem Habsburg-Könighaus im Jahre 1867, gewährte die ungarische Regierung verschiedene staat­liche Begünstigungen um die ausländischen und inländischen Kapita­listen zur Gründung von Textilfabriken anzuspornen. Dieser Anregung ist zu verdanken, dass die Anzahl der Textilfabriken von 6 in 1863, im Jahre 1913. auf 312 wuchs, darunter waren 40 bedeutende Gross­betriebe. Im Jahre 1913. wurden Textilwaren im Werte von 197.337.000 Kronen erzeugt, was zur Deckung von ungefähr 30% des Inlandsbedarfes genügte. Die Arbeiterzahl war auf 46.600 gestiegen. Mit dem Gesetzartikel XIX. vom Jahre 1907. wurde Kranken- und Unfallversicherungskasse ge­gründet. Nach dem Weltkrieg 1914-1918 zerfiel die Österreich-Ungarische Mo­narchie. Ungarn verlor mit 2/3 seiner Landfläche den grössten Teil seiner Textilindustrie. Infolge des durch die Regierung des selbständigen Ungarns eingeführ­ten Zollschutzes und den früher erwähnten staatlichen Begünstigun­gen entstand eine neue grosse Textilindustrie, dessen Produktion im Jahre 1938. einen Wert von 466,100.000 P hatte und am Jahresende 63.918 Arbeiter beschäftigte. Der Weltkrieg 1938-45. hat in den Einrichtungen der ungarischen Tex­tilindustrie einen 25%-igen Schaden verursacht und die Materialvor­räte waren alle verbraucht. Die Regierung der Sowietunion bot die erste Hilfe zur Betriebsaufnahme mit einem Lohnauftrag auf Verarbei­tung von 50.000 t Baumwolle. Die Regierung der Ungarischen Republik hat die Textilindustrie im Jahre 1948. verstaatlicht. Die Textilproduktion wurde kontinuier­lich entwickelt, neue Fasern, neue Technologien eingeführt. Die wirtschaftliche Lage der Arbeiter hat sich in bedeutendem Masse verbessert, zahlreiche soziale und kulturelle Institutionen wurden geschaffen. Im Jahre 1970. erreichte der Wert der erzeugten Texti-

Next

/
Oldalképek
Tartalom