Kerényi Ferenc: Pécs szabad királyi város német és magyar színjátszásának forrásai a Baranya megyei levéltárban, 1727-1848 (Színháztörténeti könyvtár - Új sorozat 26., Budapest, 1992)
A SZÍNHÁZTÖRTÉNETI FORRÁSOK ÉS LELŐHELYEK ISMERTETÉSE
notwendigerweise mit dem lokalen Klerus in mehreren Punkten konfrontiert. Obwohl sich die römisch-katholische Kirche bemühte, diese an Ansehen gewonnene Schauspielerei in die eigene religiöse Richtung zu prägen, interessierte sich das Bürgertum für die Schuldramen, die Mysterienspiele und für den didaktischen Mitteleilungsdrang nicht. Das Bürgertum, das hie da schon eine führende Rolle oder mindestens eine bestimmte Rolle im 19. Jahrhundert spielte, wollte seine eigene Lebensgefühle und sein eigenes moralisches Wertsystem auf den schäbigen Bühnen der Wanderschauspieler wiedersehen. Und dieses Zeitalter beschenkte die Bürger von Europa mit solchen Bühnenstücken, wie "Der Geizige", "Der Bürger als Edelmann" und "Kabale und Liebe" usw. Natürlich konnte sich der Fünfkircher Bürger eher mit diesen Werken identifizieren. Im Kampf mit dem Bischof von Fünfkirchen erreichte das hiesige Bürgertum nur langsam und stufenweise seine Ziele. Obwohl die in der Stadt langsam heimisch werdende zweisprachige Schauspielerei - ähnlich wie in den anderen Städten - noch viel zu wünschen übrig ließ- können wir trotzdem in der Theatergeschichte der Stadt Fünfkirchen das Ende des 18. Jahrhunderts und den Anfang des 19. Jahrhunderts auch als eine Tradition schaffedde Heldenzeit betrachten. Für die nach Fünfkirchen geratenen Wanderschauspieler und auch für die Fünfkirchner Bürger sind auch diese Jahrzehnte eine Kraftprobe der Experimente und des neuen Wertsystems. Die Einwohner mußten lernen, wie man sich als kundiges Publikum in Theatersälen zwischen vier Wänden benehmen soll. Und auch die damals auf der Szene erscheinenden Schausteller, - für die die Bretter, die Welt bedeuteten mußten sich ständig weiterentwickeln, um ihren täglich wiederholten Aufgaben gerecht zu werden. So müssen wir aufrichtig gestehen, daß diese Versuche auf beiden Seiten ein nicht alltägliches Opfer forderte. Das Heldenzeitalter der Schauspielerei in der Stadt war XXXI