F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1997/1-2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1997)
MŰHELY - Claudia Piovano: A siklósi plébániatemplom szentélyének falképei
Claudia PIOVANO DIE WANDGEMÄLDE IM CHOR DER PFARRKIRCHE VON SIKLÓS Neuere Gesichtspunkte zur Bestimmung der Entstehungszeit der Wandgemälde. Stilistische Probleme. Über die durch Augustinermönche in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichteten Hl. Anna Pfarrkirche und ihrer Wandgemälde findet man in den historischen Quellen kaum irgendwelche Erwähnung. Deshalb müssen zur Betimmung der Entstehungszeit der Wandgemälde auch stilistische Methoden in Anspruch genommen werden. Der Kunsthistoriker Pál Lővei setzt aufgrund der Wappendarstellungen die Entstehungszeit des Freskenzyklus in die Jahre um 1410-1420. Die Anwesenheit der Wappen der Familien Garai und Cilli, besonders aber des Drachenritterordens erlaubt lediglich eine Datierung nach 1408. Nach Ansicht des Restaurators Peter Boromissza (er publizierte seine Beobachtungen zusammen mit Lővei im Heft 1995/1 2 derselben Zeitschift) sind die Wappen mit den Wandgemälden gleichaltrig. Falls aber eine Kalkmalereitechnik oder Mezzofresco angewendet wurde, kann man die genaue Enstehungszeit der Wappen nicht feststellen. Das heißt, daß diese nachträglich und unbemerkbar in den Freskenzyklus eingefügt werden konnten. So ist es vorstellbar, daß sich die Ausmalung der Kirche an ein Mitglied der vor den Garais hier begüterten Siklósi-Familie knüpfen läßt. Der Stil und das Konzept der Fresken weisen nämlich eindeutig auf den Zeitabschnitt um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Aufgrund enger Parallelen ist es möglich, daß einzelne Meister unmittelbar aus Italien kamen. Der sogenannte Antlitzmaler (von ihm stammen die Kreuzigungszene auf der Nordwand, die Krönung Maria, bzw. die Fragmente des Englischen Grusses im Chor) war ein Künstler aus Mittelitalien, mit umbrischer oder toskanischer Vorbildung, den man vielleicht mit der Ausführung des ganzen Zyklus beauftragt hatte. Seine Arbeiten sind eindeutig mit den Werken des italienischen Trecento verwandt. Sein in der Werkstatt Giottos ausgeprägter Stil zeigt sich in den Figuren, die in der Sockelzone des Chors erschlossen wurden. Parallelen zu diesen sind in den gemalten Sitznischen der Santa Chiara-Kirche in Neapel zu finden. Umfangreiche Szenen füllten die Seitenwände des Chors zu Siklós: weite Räume, wo sowohl die Architekturauffassung der italienischen Gotik mit Spitzbogennischen Platz fand, als auch die karakteristische Landschaftdarstellung. Italienischer Abstammung dürfte auch der sogenannte Trecento-Maler gewesen sein, dem wir die Ausmalung des ganzen Gewölbes zuschreiben (in Mehrpaßfeldern die Kirchenväter, in Medaillons Figuren des Alten Testaments). Hervorzuheben ist die gefühlvolle, lyrische Lösung der Metterciaszene. Das gesamte Gewölbe wurde blau bemalt als Hinweis auf das Himmelreich, dessen einzigen Schmuck der heute bereits zerstörten, vergoldeten, mit Seccotechnik ausgeführten Sternmotive waren. In ihrer Gesamtheit ähnelt diese Dekoration dem Gewölbe der Capella Leonessa in