Horler Miklós szerk.: Vas megye műemlékeinek töredékei 2. Magyarszecsőd - Zsennye (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 6. Budapest, 2002)
Függelék - Baufragmente der Kunstdenkmäler vom Komitat Vas (Pál Lővei)
in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schon keimhaft aufgetauchten, doch im 12. Jahrhundert schon öfteren Gründungen legten die vom gemeinsamen Ahnen stammende Familien, das von ihr gebildete Geschlecht oder eine Linie von ihnen mit dem Recht des Patronatsherren gemeinsam besessene, sogar während der Vererbung auch unverteilt gelassene Klöster auf eigene Güter an. Die oft schmückhaft gegliederten Kirchen, die Benediktienerklöster, die am meisten nur wenigen Mönchen Platz gaben, waren Symbole des Geschlechts, der Familie, unter den Anlässen der Stiftung die Bestattungsfunktion dieser Bauten auch wichtig war. 53 Am Anfang des 13. Jahrhunderts durften die einmal aus dem Kloster in Pernau [ung. Pornóapáti] stammenden, beträchtlichen Sockel mit Basis der Dreiviertelsäulen mit gelb-roten Farbe wechselnden Flechtbandornamentik, die um das Walzenprofd herumläuft (Kat. Nr. 74.5-7; Abb. 611-616), behaut werden. Diese Verzierungsweise steht in der romanischen Bauplastik in Ungarn ziemlich allein, darf für so ein archaisierendes Streben, das weit frühere Motive gern verwendet, gehalten werden. Die Steine von Pernau knüpfen sich weder an die bereits frühgotische Zeichen aufweisenden königlichen Bauten dieser Zeit, noch an die neueren, sich an die spätromanischen Stiltendenzen anpassenden Steinmetzpraxis an. Es darf wohl um von den wichtigen Zentren weit liegenden Bauten mit provinzieller Betrachtungsweise gehen das Kloster ist die Privatstiftung von Mitgliedern der PernauerJáker Hauptlinie 54 des Geschlechts Ják -, welches alte, aus der Frühromanik stammenden Motive lieber verwendete, und diese auf persönliche Weise, nach eigenartigem Geschmack umgestaltete. Ähnlich bewusste Archaisierung ist in Regensburg, an dem Bau der irischen HlJakob-Kirche der iroschottischen Benediktinerabtei, und die Flechtwerke, Gittermotive sind an mehreren zu der weiteren Umgebung von Regensburg gehörenden Kirche, beziehungsweise auch etwas ferner in Freising zu beobachten. (Die im Herbst 2001 beginnende archäologische Untersuchung 55 des vermuteten Gebietes voraussichtlich hilft bei der Ansetzung der Fragmenten in genaueren Zusammenhang, zugleich darf auch mit der Bereicherung des Steinmetzmaterials rechnen.) Im Bezug auf die Frühphase erwähnen die Quellen die ordentliche Zugehörigkeit von Pernau nicht. Die ältesten Zistersienser-Klosterkataloge setzen den Beginn der Zisterzienser-Verbindung des Klosters auf das Jahr 1234 an, sein Abt wurde aber sowohl im Jahre 1223 als auch im Jahre 1230 erwähnt, so hätte es am Anfang auch Benediktiner sein können. 56 Dem Kloster zu Pernauer gegenüber stehen bedeutende Reste, die über die zeitmäßigen Bauslrukturen und Stilelemente der Bauzeit bezeugen, der Zisterzienserabtei zu Sankt Gotthard, die als eine unter den fünf Zisterzienser Klosterstiftungen des Königs Béla III., die mit dem Gründungsjahr 1183 zwischen Zirc (1182) und Pilisszentkereszt (1184) einen wohl „vornehmen" Platz einnimmt. Seine Mönche kamen im nächsten Jahr aus dem französischen Zisterzienserkloster Trois-Fontaines an. Aus dem zu Ruine gewordene mittelalterlicher Kirche standen im 17. Jahrhundert noch bedeutende Teile. Die südliche Seite wurde auch benutzt, als das südliche Seitenschiff und die südliche Zone des Hauptschiffes wohl in das südliche Querschiff hineinreichend 1677 für das Zweck einer Kirche umgebaut worden war. Sie war solange im Gebrauch bis die neue von Franz Anton Pilgram geplante Abteikirche mit dem südlichen Teil des Klosters fertig wurde. Obwohl das Bauen des vorgeplanten nördlichen Teils, der den Platz des mittelalterlichen Klosters einnehmen sollte, nach dem Tod des Auftraggebers, des Abtes Robert Leeb nicht mehr an die Reihe kam, wur-