Horler Miklós: Győr-Moson-Sopron megye I. Sopronhorpács, plébániatemplom (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 3. Budapest, 1995)
Gábor Bazsó: Die Pfarrkirche von Sopronhorpács
Neben Teilen des Portals waren in der Turmmauer auch zwei Halbsäulenbasen eingebaut, die aufgrund ihrer Maße wohl zum Tor gehörten (Kat. Nr. 335.33, 335.286; Abb. 181.). Nicht in die Rekonstruktion des Tores einfügen läßt sich hingegen das im Lapidarium zu findende Paarstück dieser Basen, dem sich ein schräger Quader anscshließt (Kat. Nr. 335.32; Abb. 180, 184.). Ebenfalls zum Südportal dürften die Fragmente unter den Nr. 335.29, 335.217 und 335.269 gehört haben (Abb. 168, 171, 177.). Den größten Teil des im Lapidarium befindlichen Materials machen die Elemente der drei Gewölbefelder der Westempore aus. Insgesamt 31 Rippen mit Sporngliedern kamen in der Zumauerung der Arkaden, im Turm, im Mauerwerk des Chores sowie in der vor der zur Empore führenden Tür freigelegten Wand zum Vorschein. (Konstr. Kat. 2; Abb. 189./B) Das Profil eines Schlußsteins, der zu den die drei Gewölbefelder trennenden Gurtbögen gehört, stimmt mit dem der Diagonalrippen überein (Kat. Nr. 335.90; Abb. 206., Abb. 207.). Drei Schlußsteine lassen sich der Gewölbeordnung zuweisen. Einer davon - mit scheibenförmigen, wallenden Blättern verziert und einem Rippenanschluß im Winkel von 105° - wurde in der mittleren Arkadenvermauerung freigelegt (Kat. Nr. 335.91; Abb. 210-212.). Der andere unversehrte Schlußstein war aus zwei Stücken zusammengesetzt. Bei ihm schmiegen sich paßförmige Blätter an die Birnstäbe und die Achsenlinien der Rippen schneiden einander nicht in einem Punkt (Kat. Nr. 335.92, 335.93; Abb. 213, 214.). Das dritte Stück ist ein stark beschädigter Schlußstein mit einem Winkel von ca. 125° (Kat. Nr. 335.94; Abb. 208., Abb. 209.). Von den östlichen Arkadenbögen der Empore findet man im Lapidarium 10 Elemente (Kat. Nr. 335.43-52; Abb. 199, 200, 204.). Das birnstabförmige Leitprofil wurde zum Schiff hin von einem Dreiviertelstab begleitet, während sich in Richtung der Westempore ein Wandbogen mit Sporngliederung anschloß. Von diesen Wandbögen sind sechs Stücke im Lapidarium, zwei im Turm zu finden (Kat. Nr. 335.53-59, 335.89; Abb. 205.). Acht zur Kämpferschicht gehörende Fragmente lassen sich mit großer Wahrscheinlichkeit an diese Gewölbesysteme bzw. an die Arkadenpfeiler binden (Kat. Nr. 335.36-42, 335.270; Abb. 190-198.). Ausgestellt sind im Lapidarium weiters zwei solche Kapitelle mit Verbindungselement, deren untere Fläche einen vollen Kreis ergibt. (Kat. Nr. 335.23, 335.24; Abb. 162-165.). Aufgrund ihrer Maße kann als wahrscheinlich angenommen werden, daß dies die Kapitelle der die innere Nordwand des Schiffs gliedernden Halbsäulen waren. Eines der kelchförmigen Kapitelle bedecken an den Ecken breite Palmetten, seine obere Kante ist vollständig abgebrochen. An den Ecken des anderen winden sich aus dem Stiel paßförmiger Blätter breite, einander kreuzende, stilisierte Akanthuszweige unter den Abakus. Die mit Eckblättern geschmückte Säulenbasis, deren Durchmesser mit dem der Kapitelle identisch ist, kam vermutlich in der mittleren Arkadenvermauerung zum Vorschein. Sie dürfte ebenfalls zu der die nördliche innere Seitenwand gliedernden Säulenreihe gehört haben und wurde im Zuge der Restaurierung wieder in deren Absatz untergebracht. (Kat. Nr. 335.6; Abb. 95.) Auf die Gliederung der Mauer des Kirchenschiff oberhalb der Kapitelle deuten keinerlei Reste hin. Ein zu den erhalten gebliebenen Triumphbogenpfeilern gehörendes Stück des originalen Triumphbogens findet man im Lapidarium und weitere Fragmente davon in den Mauern des Turms. (Kat. Nr. 335.2-3, 335.236-238; Abb. 157-160.) Ebenso im Mauerwerk des Turms kam ein zum Rippenmaterial mit breiter Abkantung eines Kreuzgewölberaumes gehörender Schlußstein zum Vorschein (Kat. Nr. 335.175; Abb. 189/F, Abb. 232, 233.). Seine mittlere Fläche ist ausgebrochen, am Zusammentreffen der Abkantungen zieren ihn Tierköpfe. Seinem Rippenprofil entsprechen im Lapidarium eine unversehrte und drei fragmentierte Rippen, weitere neun sind in der Turmmauer zu sehen (Kat. Nr. 335.163-174 , 249; Abb. 234.). Der Schlußstein verfügt über einen fast rechtwinkligen Rippenanschluß, er gehörte also zu einem nahezu quadratischen Gewölbefeld. Einige mit Hohlkehle abgerandete Rippen vom Gewölbe der Vierung wurden in den Mauern des polygonalen Chores freigelegt, Stücke der Kämpfer aber waren im Zuge der barocken Wiederherstellung als Baumaterial verwendet worden. (Kat. Nr. 335.104-108; Abb. 189/D, 221, 228, 229.). Diese hatte man nämlich anläßlich des gotischen Umbaus noch in der Mauer belassen. Wie diese Fragmente bezeugen, bedeckte die Vierung ursprünglich ein aus zwei Feldern bestehendes Kreuzgewölbe mit hohlkehlig profilierten Gurtbögen bzw. Diagonalrippen. An den östlichen Ecken der Vierung befinden sich Stützen mit Viertelachtecksquerschnitt. An den beiden mittleren Kämpfern kam die Steinschicht jeweils eines großen blattverzierten Kragsteinkapitells mit Halbachtecksquerschnitt zum Vorschein (Kat. Nr. 335.263, 335.264, Abb. 223, 225-227.). Da sich in der Nord- und Südmauer der Vierung keine Spur von Wandpfeilern fand, handelte es sich demzufolge um die Kapitelle der den Kämpfer tragenden Kragsteine. Zwei der halbachteckigen Steinelemente blieben erhalten, zwei weitere sind von einer Zeichnung Dümmerlings bekannt (Kat. Nr. 335.265, 335.279; DJ XXII, XXIII; Abb. 53, 224, 225.).