Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Renaissance-Brunnen - der sog. Herkules-Brunnen - gebaut. Aus seinem Fundament kamen ausser den Steinmetzarbeiten der zweiten Bauperiode Bruchstücke vom Gewölberippentyps des Laubenganges und der Baluster von der Balustrade des ersten Stockes zum Vorschein 184 (Abb. 53-55), was eindeutig beweist, dass der Brunnen und die Balustrade parallel mit dem Gewölbe des Laubenganges gebaut wurden. Während die Ausbildung des Burnnenfundaments war nach Westen ein Abflusskanal (Abb. 51) sorgfältig ausgebaut wor­den, der unter der Schwelle der westlichen Laubengangstür mit einer der Steinmetzarbeiten des Brunnenhau­ses aus dem 14. Jahrhundert überbrückt hindurchgeführt hatte. Im Laufe des Baues der Brunnenunterbautrep­pen wurde aber dieser Kanal eingemauert 185 , und nach Süden ein mit Bleirohr in eine Ziegelleitung mündender Abflusskanal ausgebildet. 186 (Abb. 52) Diese Änderung ist damit zu begründen, dass inzwischen beschlossen wurde, das Fussbodenniveau des Westflügels um ein Meter abzusenken. 187 Der einzige logische Grund dafür ist, dass man die infolge des ursprüglich hier errichteten Tonnengewölbe mit Stichkappe vorhan­dene deformierte Proportion des Raumes zu bessern versuchte. (Abb. 127) Das das Prunkhofserdgeschoss abschliessende Gesims kann nicht eindeutig identifiziert werden, es könn­ten nämlich zwei Profiltype in Frage kommen. Beide haben innere Eckstücke, das eine hätte das Erdgeschoss, das andere das zweite Geschoss gekrönt. Das erste ist mit schräger Hohlkehle, das zweite mit Rundstab und Hohlkehle profiliert und ebenso mit Wassernase versehen. (Abb. 273/b, 307) Im Obergeschoss des Lauben­ganges lief eine Renaissance-Balustrade mit Balustern herum (Abb. 268-270, 303, 406), über der Renaissance-Säulen (Abb. 268, 302/a, 404-405) die Bögen der Loggia trugen. Die Säulen, die Baluster und die Brüstungsgesimse der Balustrade kamen alle im Prunkhof zum Vorschein. 188 Da die Loggia nur ein­stöckig gewesen sein kann, die 2 m hohen Säulen konnten die Innenhöhe von 7,5 m des ersten Stockes des Pa­lastes nicht einmal auf eine 1,1 m hohe Brüstung gestellt und durch eine max. 2-2,5 m hohe Wölbung nicht erreichen, dadurch bestand keine Möglichkeit, in der Höhe des Fussbodenniveaus des zweiten Geschosses ein neues Gangniveau auszubilden 189 (Abb. 127-128), sollten die Säulen und die Balustrade mit Balustern ein ein­heitliches System gebildet haben. Fraglich ist, wo die Säulen gestanden hatten. Es ergibt sich die Möglichkeit, dass es aus Ziegel gemauerte Piedestale gegeben habe, die so nicht erhalten bleiben konnten. 190 Jolán Balogh warf auf, dass auch im Prunkhof zutage gekommene Rotmarmor-Zwergpfeiler unter den Säulen gestanden ha­ben können. 191 Dezső Dercsényi lehnte aber diese Möglichkeit ab, in erster Linie mit dem berechtigten Argu­ment, dass die Grundrissgrössen der Zwergpfeiler (21,4x18 cm) viel kleiner, als die Grundplatte der Säulen (29,5x29,5 cm) sind. 192 Es wäre zwar wirklich ungewöhnlich, aber doch nicht ohne Beispiel: auf zwischen Baluster gestellten, schmalen Pfeilern stehen die Toskansäulen der Renaissance-Loggia in der Burg von Varaz­din (Waraschdin, ungarisch Várasd, heute in Jugoslawien). Diese Parallele ist zwar viel später, die Balustrade der Empore in der Burgkapelle von Siklós, die mit ihren kannelierten Zwergpfeilern mit der Visegráder Balu­strade am nächsten verwand ist, stammt auch aus dem 16. Jahrhundert. 193 In solchen Fällen kann vielleicht auch damit gerechnet werden, dass die Visegráder Balustrade mustergültig aufgetreten sein konnte. Die Kon­zeption von Jolán Balogh können wir bei der Rekonstruktion auch einfach aus dem Grunde nicht verwerfen, weil es keine bessere Lösung gibt: unter den Balustiadenbrüstungsgesimsffagmenten blieb kein einziges er­halten, das senkrecht den Piedestalen gemäss gekröpft wäre, einfache Eckstücke traten aber zutage. Falls wir aus Ziegel gemauerte Piedestale rekonstruieren, könnten sie nur 18 cm breit sein, das heisst schmaler, als die Säulen. Die Tragfunktion des Piedestals macht aber die Ziegelbauform unwahrscheinlich, diesem Zweck ent­sprechen aber doch allein die Zwergpfeiler aus Rotmarmor unter den Funden des Prunkhofes. Diese Pfeiler bildeten aber den Bestandteil auch einer anderen Balustrade, es blieb nämlich ein solches, den anderen vier Eckelementen ähnliches Stück, wo aber an Stelle deren in L-Form geneigten Teiles eine glatt gehauene Verbindungsfläche ist. Dieser Pfeiler war offensichüich ein Schlusselement gewesen. Solche Lö­sung ist im Falle einer Loggiabalustrade natürlich unvorstellbar, man könnte ihn aber zum Beispiel an der Ba­lustrade, das die obere Öffnung der aus dem Prunkhof im Laubengang hinaufführenden Treppe umgibt. Das Obergesims der Loggia ist als ein eigenartig gestaltetes, dreigliedriges Gesims zu rekonstruieren. Im Prunkhof traten Bruchstücke solches Gesimses zutage, darunter auch rechtwinklige innere Eckelemente zu finden sind. (Abb. 272, 306/b) Hohlkehle und Platte bilden das schwach ausladende Profil, das oben eine hoh­le Wassernase abschliesst. Danach folgt eine umgekehrte Sima. An der oberen Fläche des Gesimses, um 2-3 cm tiefer vom Rand des Simaprofils, in einer Entfernung von 22 cm voneinander sind 3x3 cm grosse Zapfen­löcher zu finden. Aufgrund dessen kann die nächste Schicht, eine höchstens 9 cm mächtige Steinplatte, der Fries des Gesimses gewesen sein. Die Loggiasäulen trugen unbedingt Bögen, das gerade Balkenwerk wäre nämlich zu niedrig gewesen und die grossen, dreiteiligen Fenster an der inneren Loggiawand hätten nicht hierher hineingesetzt werden kön­nen. 194 Die Bruchstücke dieser grossen Fenster kamen im Prunkhof zum Vorschein. Sie wurden mit drei ver­schiedenartigen Profils gefertigt. Es gab aus dem ersten Typ, der grösser, als die anderen, war, zwei Exempla-

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