Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Zum Abschluss haben wir noch einige aus der Stadt Visegrád stammenden Denkmäler zu erwähnen, die wir eindeutig als Arbeiten der an dem Palast arbeitenden Steinmetzen bestimmen müssen. In den Ruinen der in der Széchenyi Strasse freigelegten Kirche stiess Miklós Héjj 1976 auf einen grossen Schlussstein eines Kreuzgewölbes. 156 Das an dem Schlussstein vorhandene Rippenprofil stimmt mit dem Profil des Gurtbogens der Palastkapelle völlig überein. 157 Mátyás Szőke fand im Hof der Fő Strasse 38, unter den Ruinen eines grossen, mittelalterlichen Steinhauses 158 auch einen solchen Fensterrahmen (Abb. 125), dessen Gegenstück aus dem Palast bekannt und dem Gyulaer Fensterrahmen gleich ist. V. DIE DRITTE BAUPERIODE DES PALASTES 1. REKONSTRUKTION DES GEBÄUDEKOMPLEXES AUS DER DRITTEN PERIODE Die Gebäude vom Ende des 14. Jahrhunderts waren vermutlich irgendwann beschädigt worden. Ein ein­ziger Beweis dafür ist die von Miklós Héjj im nördlichen Felsenhof freigelegte, unter dem Gehniveau der drit­ten Periode liegende Zerstörungsschicht: eine 170 cm dicke Gebäudeschuttschicht mit eingestürtzten Konsolen 159 , darunter eine 20-40 cm dicke, verkohlte Balkenbruchstücke enthaltene Schicht 160 , aus der ein Parvus vom König Sigismund (1387-1437) - CNH II. 125. A - zum Vorschein kam. 161 Die Sigismund-Münze datiert offensichtíich nur post quem. Im Laufe der Wiederherstellung wurde die beschädigte Palastmauer zum Teil neu aufgemauert und durch einen neuen, in die Aufschüttungsschichten des Hofes fundamentierten, im Fundament von der früheren Palastmauer getrennten Strebepfeiler verstärkt. 162 Zu dem schrägen Strebepfei­lersockel wurde schon der Sandstein von Hárshegy gebraucht, der in der dritten Periode das am meisten ver­wendetes Steinmaterial war. Beträchüichere Zerstörung kann auf anderen Teilen der von uns behandelten Gebäude nicht festgestellt werden, auf dem Gebiet der Kapelle ist sogar das eindeutig ausgeschlossen. Aber der Umbau erstreckte sich auf alle Gebäude, er bedeutet nicht nur eine Wiederherstellung, der Palast musste eindeutig nach neuen An­sprüchen ausgestattet werden. Das alles betraf aber die Anordnung der Gebäude kaum. Auf dem von uns be­handelten Gebiet sind unter solchartigen Eingriffen der Aufbau der neuen Kapellenterrasse, die Ausbildung der dazu führenden Treppe, sowie parallel damit der Bau des Laubenganges im Prunkhof zu nennen. (Abb. 126) Der letztere Bau ist eher als Wechsel zu bezeichen, er löste ja eine frühere Arkade ab. Im falle der Zier­brunnen wurden ähnliche Wechsel durchgeführt. Es wurden ferner die Fussbodenbekleidung, Öffnungsrah­men, Decken, Dachwerke und die Heizungsanlagen ausgewechselt. Die alten Konstruktionen wurden höch­stens in den Räumen von untergeordneter Funktion behalten. Falls sie während der zweiten Periode nicht aufgebaut worden waren, wurden die Nord-, West-, und Südflügel des Nordostpalastes zu dieser Zeit um ein zweites Stock erhöht. (Abb. 127-128) Zu dem geringsten Eingriff kam es in der Kapelle: im Schiff wurde durch eine Auffüllung ein neues Geh­niveau ausgebildet, im wesentlichen mit der Absicht, um die Unebenheit des früheren Fussbodens zu verar­beiten. 163 (Abb. 130) Die zwei mächtigen, mit dem Wappen von König Matthias (1458-1490) und seiner Frau Beatrix verzierten Renaissance-Konsolen vom Hartkalkstein aus der Kapelle (Abb. 417-425) wurden vermut­lich für eine Orgelempore gefertigt, weswegen der untere Teil der Wandpfeiler 0 III. und 0 IV. abgemeisselt werden musste. 164 Zur Empore führte eine äussere Holztreppe, an deren Ansatz an die südöstliche Ecke der Kapelle ein kleines Treppenhaus gebaut war. Am südlichen Ende des Schiffes wurde eine Holzempore errich­tet, die aus dem nördlichen Saal des Südpalastes durch eine Brücke zugänglich war. 165 Die Sakristei und das Oratorium darüber wurden eingewölbt. (Abb. 131) Aus den doppelt geriefelten, - zwischen den Hohlkehlen abgekanteten - Rippen der Sakristei blieben nur einige Bruchstücke, darunter ein Stück eines Schlusssteines erhalten. (Abb. 264/d, 300/c) Aufgrund des Krümmungsradius der Rippe und des in der Mitte der Nordmauer der Sakristei erhaltengebliebenen Konsolenlagers soll man vermutlich mit zweijochigem Kreuzrippengewölbe rechnen. Die Profilreihe der einzig vorhandenen Konsole (Abb. 40, 261/a, 298/a) der südöstlichen Ecke stimmt, zwar mit anderen Proportionen, mit einem der Konsolentype des Laubenganges überein. (Abb. 262/a) Offensichtlich ist sie damit gleichaltrig, ihre einfachere Bauform - abgesehen von der achteckigen Deckplatte ist sie ein glatter Rotationskörper - ist mit ihrer weniger repräsentativen Lage zu erklären. Aus dem Oratoriumsgewölbe blieben nur die den unteren Teil der Konsole verzierenden, den im Prunkhof befindli­chen ähnlichen, kannelierten, zwiebeiförmigen Knöpfe erhalten. (Abb. 379) Das Dachwerk der Kapelle wurde zusammen mit dem Hauptgesims völlig neu gestaltet. Das neue, mit schräger Hohlkehle profilierte Gesims mit Wassernase 166 (Abb. 43) ging auf den oberhalb des Triumphbogens befindlichen grossen Giebel über (Abb. 275, 409), dessen Spitze mit einer Kreuzblume verziert war. (Abb. 274, 407-408) Auch die Innenein-

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