Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Budaer Palastbauten von König Sigismund (1387-1437) gewesen war. Grober Kalkstein wurde zu den Masswer­ken und Rippen der Kapelle verwendet. Roter Marmor wurde nur bei den Brunnen gebraucht. Die Steinmet­zen verwendeten ziemlich oft Meister- und Versetzzeichen. (Abb. 91-92) Der Formenschatz des Steinmaterials ist ganz einheitlich. Bezeichnend ist zum Beispiel, dass aus der Ka­pelle die Variente einiger Baugliedreihen von verschiedenem Format und unterschiedlicher Proportion die meisten Profile von vollkommen anderer Funktion bestimmen. So erkennen wir beispielweise die Profilreihe der Diagonalrippe (Abb. 218) an dem Triumphbogen (Abb. 149), an einem Element der äusseren Gewände­gliederung der Fensterrahmungen (Abb. 146-147), ihr Halbprofil trägt der äussere Mauersockel (Abb. 219) und die Oratoriumsarkade (Abb. 150, 217), an dem oberen Teil des Gurtbogenprofils bildet es in eigenartig verzerrter Form die untere Treppe der Wandpfeilersockel (Abb. 216/b). Auch die Wandpfeilerschaften sind von den Birnstaben der Rippen gegliedert. (Abb. 141-143) Auch auf einigen Teilen des Nordostpalastes treten die Formen der Kapelle auf: so an dem Sockelprofil (Abb. 219), an dem Rippenprofil des achteckigen Brun­nenhauses (Abb. 89/9). Mit den Brunnenformen stehen zahlreiche Details des achteckigen, offenen Balkons in Verbindung. Im Zusammenhang mit dem Brunnenhaus des Prunkhofes kann der Birnstabhalsring der Säu­len (Abb. 235/a) oder das Profil der Säulensockel (Abb. 235/b) ausser der Grundrissform und dem Sturzstüt­zenabschluss (Abb. 213/a) erwähnt werden. Am Wandbrunnen finden wir wieder diese zwei Profile vor (Abb. 90), sogar die Profilierung des Hauptgesimses des Brunnens zeigt eine Verwandtschaft mit dem Balustraden­gesims des Balkons (Abb. 228/d). Ich habe schon früher die Übereinstimmung einiger Öffnungsrahmenprofile und Sockel betont. Daraus kann die wichtige Lehre gezogen werden, dass es nicht viel Sinn hat, die Profile aufgrund der negativen oder positiven Bauglieder zu klassifizieren, die graphischen oder beispielweise die Birnstabtypen als gesonderten Stil zu bewerten. Die derart voneinander getrennten Profile konnten sogar von einem Steinmetz zur gleichen Zeit an dem selben Gebäude verwendet werden. Der Reichtum oder die Schmucklosigkeit des Profils hing von der hervorgehobenen oder der untergeordneten Rolle der gegebenen Struktur, sowie von dem selbstbezweck­ten Formspiel ab. Dabei ist unbestritten, dass das Profil, aber ausschliesslich zusammen mit anderen Faktoren untersucht, für Alters- und Stilkreisbestimmung geeignet sein kann. So kann zum Beispiel die dem Profil und anderen strukturellen Spuren entnehmbare, funktionale Ausstattung der Fensterrahmen altersbestimmend an­gesehen werden. Die Teilung und Rahmen der aus der Burg von Diósgyőr veröffentlichten Kreuzstockfenster wurden mit den Masswerkfenstern ähnlichem, zweiseitigem Profil ausgestaltet. 134 (Abb. 96) Auch an den grossen Fenstern der Burg von Zvolen (Zólyom) finden wir diesen Kreuztyp vor, hier bekam aber der Rahmen auch eine abgekragte Leibung. (Abb. 98-99) In beiden Fällen konnten die Fenster nur mit stabilem Glas verse­hen werden. Auch später, beispielweise an dem südlichen grossen Saal der Budaer Burg, 135 traf man auch an der inneren Seite profilierte Fensterkreuze an, inzwischen erschien aber auch ein viel praktischer Fenstertyp: die innere Seite des Masswerkprofils wurde weggelassen, so konnten verglaste, aufschliessbare Tafeln an die in Fensterpfostensteine verzapften Beschläge angebracht werden. Diese früheren, mit aufschliessbaren Tafeln versehenen Fenster lassen sich von ihren Nachfolger des späten 15. Jahrhunderts gut absondern, weil die von­einander durch Kreuze getrennten Öffnungsteile noch mit einzelnen Fenstertafeln bedeckt wurden, wie es auch der an den Kreuzen herumlaufende Falz beweist. Solche Fenster treten auch in Viglas - ungarisch Vé­gles, heute in der Tschechoslowakei - (Abb. 93), Buda 136 und Visegrád (Abb. 83) auf. Beim letzteren bildet nur das hochgestellte, nach Osten gehende Fenster des Ostflügels, ferner die Bruchstücke des Lapidariums von gleichem Profil eine Ausnahme, sie waren vermuüich überhaupt nicht verglast. (Abb. 164, 222) Die verschiedenen Profilabschlusstype sind ausgesprochen von stilistischer Bedeutung. Während das Profil der von den Masswerkfenstern abstammenden, geteüten Fenster im 14. Jahrhundert meistens an die Ab­kragung der Fensterarmstütze hinunterlief, erschien später der einfache abgekragte Profilabschluss mit der horizontalen Armstütze, treten von Anfang des 15. Jahrhunderts an völlig selbständige Sockeltypen auf. Der die Profil einfassende Form folgende, gebrocheinliniege Sockel (Abb. 167, 319) des mehrteüigen Fensters von graphischem Profil im Visegráder Prunkhof vertritt den spätgotischen Typ, mit der grössten Zukunft. Diese form ist in Ungarn am frühesten zu Beginn des 15. Jahrhunderts erkennbar: mehrere Stücke finden wir in der Burg König Sigismunds (1387-1437) in Tata von dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts 137 (Abb. 103), sowie an einem der Festerrahmen des Budaer Sigismund-Palastes. 138 (Abb. 106) Ebenfalls auf den engen Zusammenhang mit dem Sigismund-zeiüichen Palastbau in Buda weist die Typ­und Ausstattungsverwandtschaft der Konsolen der Tonnengewölben mit Stichkappen im Nordpalast von Vise­grád (Abb. 202, 326) mit den Konsolen des Kreuzgratgewölbes des Unterbaus des Budaer Sigismund-Palastes hin. 139 (Abb. 112) Mehrere, aus Visegrád schon bekannte Tür- und Fensterrahmentypen erscheinen in der Bu­daer Königsburg. 140 (Abb. 109-111) László Gerevich datierte den sogenannten , .graphischen Stil" aufweisen­den Teil dieses Materials in die Anjou-Zeit 141 , neulich richtete aber Emese Nagy die Aufmerksamkeit darauf,

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