Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
III. DIE ERSTE BAUPERIODE DES PALASTES Auf dem von uns jetzt behandelten Gebiet zeugen nur eine sichere Schichtenbeobachtung, ein erwähnenswertes archäologisches Fundmaterial und einige Mauerbruchstücke von der ersten Periode des Palastbaues. Die Denkmäler dieser Periode sind vereinfacht so zu bestimmen, dass all das hierhergehört, was in die nach einheitlichem Plan der zweiten Periode durchgeführten riesigen Bauten nicht einzuordnen ist. 1988 beobachteten wir in der südwestlichen Ecke der Kapelle eine dünne, an die natürliche Felsenoberfläche gehaftete Erdschicht, die sich auch unter den Grundmauern erstreckte. Diese Schicht enthielt Tier-, hauptsächlich Vögelknochen von relativ grosser Menge, sowie Weisskeramikbruchstücke mit kanellierter Verzierung. Auch eine Unregelmässigkeit in der Kapelle deutet auf die Existenz einer früheren Periode hin: der südösüiche Strebepfeiler des Schiffes war durch einen in die nahe Felsenwand eingemeisselten Strebebogen ersetzt, damit der schmale Durchgang zwischen der Mauerecke und dem Felsen gangbar bleibe. (Abb. 7) Zur Erweiterung des Durchganges gab es hier keine Möglichkeit, weil der Felsen zugleich auch als Nordmauer des Südpalastes diente, das letzte Gebäude hatte folglich schon vor dem Bau der Kapelle stehen müssen. Auch die Orientierung des Gebäudes weicht von der einheitlichen Orientierung der zweiten Periode ab, im Laufe der Forschungen von Mátyás Szőke wurden 1988 in diesem Flügel tatsächlich zwei frühen Perioden festgestellt. (Abb. 2) OffensichÜich stammte die von uns in der Kapelle freigelegte Müllschicht aus diesem Gebäude. Die während der Bauten der zweiten Periode auf dem Gebiet der Kapelle und des Nordwestpalastes entstandenen Auffüllungsschichten enthalten Fundmaterial von ähnlicher Zusammensetzung, wie diese Schicht. Aus diesen Auffüllungsschichten auf der Kapellenterrasse, sowie aus den unteren Schichten des nördlichen Felsenhofes kamen auch Ofenkacheln zum Vorschein, die dem Imre Holl's „Typ I. Anjou-Zeit" angehören. Dieser Ofen war eindeutig im Laufe der Bauten der zweiten Periode auf den Müll geworfen, sein Dasein zeugt deshalb ebenfalls von der Existenz einer früheren Periode. Spuren zu dieser ersten Bauperiode gehörende Gebäude kamen auf der Kapellenterrasse und auf dem Gebiet der Kapelle nicht zutage, und aufgrund der Freilegungen können wir eindeutig behaupten, dass dieses Gelände zur dieser Zeit noch ganz unbebaut war. Auf dem Gebiet des Nordostpalastes kamen aber solche Mauerreste zutage, die in das System des späteren Palastes nicht einpassen, und folglich von den bisherigen Forschern als Teile eines früheren Komplexes gewertet wurden. (Abb. 9) Es ist mit dem unter dem Westflügel und dem südlichen Teil des spätgotischen Laubenganges freigelegten Mauersystem am klarsten. Die sich hinter der wesüichen, mit Strebepfeiler versehenen Fassadenmauer des Palastes erstreckende, damit parallel laufende Mauer mit ähnlicher Breite (Abb. 46) endet im Süden, nicht weit vor der Vorhalle des grossen Kellers in regelmässiger Mauerecke (Abb. 47), beziehungsweise hat in einer schmaleren westöstlichen Mauer ihre Fortsetzung, die dann in der vorletzten Strecke des südlichen Laubengangsflügel in einem normalen Mauerschluss endet. 86 (Abb. 48) Dieser Mauerschluss kann mit den natürlichen Geländegegebenheiten erklärt werden. 87 Offensichtlich haben wir hier mit einem Stützmauersystem zu tun, wir kennen aber die Reste der zu der ersten Periode gehörenden Gebäude, die auf der Terasse standen, vorläufig noch nicht. Die Stützmauer wurden später im Prunkhof bis an die Ebene des Fussbodens der zweiten, im Westflügel der tiefer liegenden dritten Periode abgetragen. In der ösüichen Strecke des grossen Kellers kamen auch Fragmente eines früheren Gebäudes zum Vorschein. (Abb. 82) Man fend einen Kellerteil, der in den hier emporragenden Felsen gehauen ist, und dessen Nord-, Ost- und Südseite je ein abgemeisselter Felsen bildete, die offenbar gemauerte wesüiche Abschlussmauer wurde dagegen im Laufe der späteren Umbauten spurlos beseitigt. Vor die südliche Felsenwand sind drei Steinpfeiler gebaut worden, deren Zwischenraum mit Ziegel überwölbt wurde. (Abb. 69) Auch an der nördlichen Seite des mittleren Pfeilers wurde ein Kämpfer ausgestaltet, der den äusseren Bogen der den Keller in Nord-Süd-Richtung teilenden Arkadenreihe zu tragen hatte. Diese Arkadenreihe versah die Funktion der Stütze unter der Scheidewand des oberen Stockes. Abgemeisselter Felsen, der durch Mörtelsteinmauerwerk ergänzt wurde, bildete auch die nördliche Kellermauer. Vor dieser Mauer war nur ein einziger Pfeiler gebaut, auf dem ein Kämpfer für den nördlichen Bogen der Arkadenreihe errichtet war. (Abb. 70) Noch vor dem Bau der Akradenbögen wurde der Keller mit einem provisorischen, vielleicht nur für einen Winter bestimmten Dachstuhl bedeckt, den drei, in etwa 200 cm voneinander liegenden Querbalken getragen hatten, deren Lager auch heutzutage in den Kellermauern vorzufinden sind. (Abb. 73—74) Der Bau der den Kellerraum teilenden Arkadenreihe wurde unter dem Schutz dieses Daches vollendet, da man aber das Dach während der Bauarbeiten nicht abreissen wollte, wurde der mittlere Querbalken in die über den Arkaden stehende Scheidewand eingebaut, wo dessen Abdruck bis heute zu sehen ist. (Abb. 71) Aufgrund des Winkels der Stossfläche der zwei erhaltengebliebenen äusseren Kämpfer soll es hier drei Bögen gegeben haben. Wahrend des Baues der Arkadenbögen stellte sich übrigens heraus, dass der Pfeiler neben der nördlichen Felsenwand auf schlechtem Ort gebaut worden war, er rutschte von der Linie der Arkadenreihe ein wenig nach Westen, deshalb musste er mit einer riesigen Steinplatte nach