Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)

Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN

der Ruinen hatte übrigens bloss als Baustoff einen Wert. So war es in Rom selbst, wie auch im Reich des Königs Mathias Corvin us. 3 Bischof Pietro Ransano (1428-1492), der Gesandte von Neapel, hatte bereits in seinem Werk Epitome rerum Hungararum den König Mathias auf die Überreste von Savaria aufmerksam gemacht. Laut anderer Quellen war es Matthias selbst, der die antiken Steinfragmente von Savaria einsammeln und in die Mauern der Burg von Szombathely einmauern liess, wo sich diese Steine bis zum Ende des 18. Jahrhunderts befanden.4 Wir wissen aus zeitgenössischen Beschreibungen, dass auch im Palast des Matthias römische Steine standen. 5 Gleichzeitig hatte Matthias 1483 den Papst um eine Bewilligung ersucht, um das Steinmaterial einer, im Gebiet der Propstei von Óbuda stehenden mittelalterlichen Kirche zur Wiederherstellung von Fehéregyháza zu benützen. Der Bahnbrecher der Forschung beschrifteter Steine Pannoniens war der Humanist Johannes Megyeri­csei (1470-1517), der vom letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts die römischen Inschriften sammelte. Seine, in die Bibliothek des Vatikans gelangte Sammlung wurde später von Mommsen veröffentlicht. Aufgrund seiner Tätigkeit verehrt man ihn auch als Gründer der Epigraphik Daziens. Die beschrifteten Steindenkmäler Pannoniens erregten im laufe der 16-18. Jahrhunderte hauptsächüch das Interesse der Fremden, und ein Teil der Steine wanderte Anfang des 18. Jahr­hunderts nach Wien, in die Hofsammlungen. Zuerst hatte Marsigli, nachher Matthias Bél von den wichtigeren römischen Steinen Zeichnungen veröffentlicht. 6 Die nach der Tätigkeit des Matthias Bél (1684—1749) sich entfaltende ungarische Ge­schichtswissenschaft der Aufklärung hatte sich 1777 im Sinne der Vorschriften der Ratio Edu­cationis mit Hilfswissenschaften bereichert und so entstand an der Pester Universität der Lehr­stuhl für Numismatik und Archäologie, unter Leitung des ehemaligen Jesuitenpräfekten des Wiener Theresianums, Stephan Schönwisner (1738-1818). An den Namen Schönwisners knüpft sich der Anfang der wissenschaftlichen Pflege der ungarländischen römischen Archäologie. Er machte sich vor allem mit der Freilegung des ersten Details des grossen römischen Militärbades in Óbuda verdient, ferner mit der Bearbeitung der römischen Geschichte und der Steinfragmente von Sa­varia. 7 An das Letztere knüpft sich die Errichtung des ersten, mit wissenschaftlichen Ansprüchen entstandenen Lapidariums Ungarns in Szombathely. Johann Szily (1735-1799) studierte in den­selben Jahren in Rom, im Collegium Germanicum-Hungaricum als sich auch Winckelmann dort aufhielt. Die römischen Jahre hatten seinen Geschmack und seinen Interessenkreis stark beein­flusst. 1777 wurde er zum Bischof von Szombathely geweiht, und von 1778 bis 1783 liess er sich nach der Abtragung der alten Burg nach den Planen des Melchior Hefele einen neuen Palast er­bauen. Die infolge der Abbruche und Erdarbeiten ans Tagelicht gekommenen römischen Stein­fragmente wurden in dem, im Hof des Palastes neu errichteten Lapidarium, untergebracht. Dann, als er die Wände der Sala terrena des Erdgeschosses durch Dorffmaister ausmalen liess, figurierten auch die wichtigeren römischen Steinfragmente aus Savaria, in römischem Milieu, an den Wand­malereien. Zu dieser Idee dürfte auch das unter Karl III., 1767 fertig gewordene Treppenhaus und die Vorhalle der Wiener Hofbibliothek beigesteuert haben, deren Wände mit eingemauerten, aus Apulum stammenden Steinfragmenten geschmückt waren.8 Bischof Szily hat Stephan Schönwisner aufgefordert, die Geschichte von Szombathely zu schreiben und das antike Steinmaterial zu bearbeiten. Schönwisner publizierte in seinem, 1791 erschienen Werk auf 21 Tafeln die Zeichnungen der wertvollsten Steine. 9 Das Lapidarum Szily's ist auch nach seinem Tode erhalten gebheben, 1866 hat es auch Theodor Mommsen besucht und studiert. Dann gelangte es 1908 in die Antiquitätensammlung des neuen Museums. Eine andere beachtenswerte Manifestation des Interesses des 18. Jahr hundert s für die Archäo­logie ist mit dem Abbruch der Ruinen der St. Adalbert-Basilika in Esztergom verbunden. Erz­bischof Franz Barkóczy (1710-1765), der ebenfalls in Rom studierte,war es, der die Zurück­siedlung des Erzbistums in die alte Residenz initierte und sich zum Bau einer neuen Kathedrale entschloss. Bei dem Abbruch der Ruinen der mittelalterlichen Kirche, beauftragte er den Kaplan Georg Széless, um über dem Abbruch ein ausführliches Tagebuch zu führen und die zum Vor­schein gekommenen bedeutenden Funde zu notieren. Das zwischen 1763-64 geführte Tagebuch Széless's war das erste archaeologische Grabungsjournal, doch schrieb ähnlicherweise auch der führende Baumeister des Abbruchs Ferdinand Rössel seine Berichte. Diesen Massnahmen verdanken

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