Haris Andrea szerk.: Koldulórendi építészet a középkori Magyarországon Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 7. Országos Műemlékvédelmi Hivatal,)

Lukács Zsuzsa: Előzetes beszámoló a Szeged-alsóvárosi ferences kolostor kutatásáról

Vorläufiger Bericht über die Erforschung des Franziskanerklosters in Szeged-AI só város (Unterstadt) Zsuzsa Lukács Die Ansiedlung des Observantenzweiges der Franziskaner in Szeged steht mit der Krise des Franziskanerordens und dessen Erneuerung im 15. Jh. im Zusammen­hang. Der päpsüiche Legat Giuliano Cesarini hat 1444 den zu der bosnischen Or­densprovinz gehörenden Observanten die Niederlassung gestattet und ihnen das Kloster der Konventualen in Palánk übergeben. Weil aber inzwischen auch die Konventualen den Weg zu Reformen eingeschlagen haben, durften sie in Szeged bleiben, und deshalb ließen sich die Observanten in der Unterstadt nieder. Das Kloster in der Unterstadt wird erstmals in einer Urkunde des Königs Matt­hias aus dem Jahre 1459 erwähnt, in der der Herrscher den Wochenmarkt am Mittwoch und die Errichtung von vier Schlächtereien: „ante Claustrum beate Marie virginis..." zuläßt. Nach der bisherigen Feststellung der Fachliteratur muß also zu dieser Zeit ein Teil des Klosters schon bestanden haben. Die zwei sekundär angelegten Steintafeln an der Nord- und Südseite des Kir­chenschiffes haben die nächste architekturgeschichtliche Angabe, die Jahrezahl 1503 aufbewahrt, die auf die Einweihung der Kirche zur Maria Schnee verweist. Die 44 Jahre zwischen 1459 und 1503 waren eine viel zu lange Zeit für ein Bet­telordenskloster, ohne Kirche tätig zu sein. Die erste Stadtansicht aus dem Jahre 1698 stellt das Kloster der Franziskaner mit der Aufschrift „St. Peter" dar. Daher ist zu vermuten, daß die Observanten bei ihrem Einzug in die Unterstadt die dort stehende alte Kirche erhielten, in deren Nähe sie ihr Kloster errichteten und erst nach dessen Fertigstellung mit dem Bau der Kirche Maria Schnee beg­annen. In der Fastnacht 1543 geriet Szeged in die Hände der Türken. Die Priester der Kirchen flüchteten, nur die unterstädtischen Franziskaner blieben in der Stadt. Von der Bautätigkeit zur Zeit der Türkenherrschaft zeugen die türkischen Ge­nehmigungen, die im Archiv der Franziskaner aufbewahrt sind. Ein charakteristi­sches Beispiel dafür ist die Anordnung des Sultans Ibrahim I. an den Szegeder Sandschakbeg aus dem Jahre 1645, in der er vorschreibt: „Geht dem nach, ob die genannte Kirche vor der Eroberung gebaut worden ist, ob sie benutzt wird, und ob die Verbesserung der von den Mönchen bewohnten Zellen notwendig ist. Wenn ihr es so findet, und falls sie nichts weder in der Höhe noch im Umfang größer bauen, dürfen sie die Verbesserung durchführen." Unter ähnlichen Bedingungen wurden die Ausbesserung des Kirchendaches (1624), die Schilfabdeckung des Klosters (1639/40), usw. genehmigt. Laut der Uberlieferung gab die Glocke der Kirche in der Unterstadt am 24. April 1686 um 3 Uhr in der Nacht den zur Rückeroberung der Stadt aufmar­schierten Truppen das Zeichen, wann sie die Türken angreifen sollen. Am 23. Oktober eroberten sie die Stadt. Ein Vierteljahrhundert später entstand ein Grundriß sowie eine Fernansicht, die das Kloster aus nordwestlicher Richtung darstellt. Die Autoren des 19. Jh. ver­traten noch die Ansicht, daß es dabei um ein „echt türkisches Bild" des Klosters ginge. Neuerdings ist man aber der Meinung, daß darauf der schon begonnene Barockbau dargestellt wird.

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