Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)

Lővei Pál: Egy lakóház Győr főterén

Ein Wohnhaus auf dem Hauptplatz von Raab i Pál Lővei Das Wohnhaus Széchenyi Platz Nr. 1. steht in einem vornehmen Teil der Innen­stadt von Győr (Raab), an der nördlichen Seite des Hauptplatzes. Bereits im Mittelalter stand hier ein Haus, eine Grundmauer kam im Keller des heutigen Gebäudes zum Vorschein. Infolge seiner vorteilhaften Lage gehörte das Haus immer Mitgliedern der führenden Bevölkerungsschicht. Seine Eigentü­mer sind uns seit 1563 bekannt. Bereits 1567 befand es sich im Besitz der Familie Király, die es bis 1710 besaß. Der am frühesten angeführte Besitzer, Oszvald Király, amtierte mindestens zweimal als Stadtrichter von Győr; János Király, Ei­gentümer im letzten Drittel des 17.Jh., war Vizegespan der Stadt. Der erste neu­zeitliche Ausbau des Hauses ist mit Oszwalds Namen verknüpft. Damals, Ende des 1560er Jahre, wurde der große Keller unter dem heutigen westlichen Flügel gebaut. Das Gebäude hatte einen L-förmigen Grundriß und zwei Flügel, die auf den Platz bzw. die Straße hinaus führten. Später wurde im Hof ein Stall gebaut. Archivquellen erwähnen im Erdgeschoß Geschäftsräume. Wahrscheinlich war das Gebäude bereits gegen Ende des 16Jh. einstöckig, Ende des 17.Jh. aber schon ganz gewiß. Das Haus kam 1710 für ein Jahrhundert in den Besitz der Familie Limp aus Ödenburg (Sopron). Es war damals schon recht baufällig und wurde von Márton Lamp 1711-1713 völlig umgebaut; nur der große Keller aus dem 16Jh. wurde bei­behalten. Dieses neue, einstöckige Haus entspricht im wesentlichen dem heuti­gen Bau mit einem Flügel, der auf den Hof, und zwei, die auf die Straße hinaus führen. Der von Konsolen getragene geschlossene Erker an der Ecke der Etage ist ein schönes Exemplar dieses stadtweit verbreiteten Erkertyps. Im Flurgang des ersten Stockes ruhen die Arkaden auf Säulen. Mit Wohnhäusern in anderen un­garischen Städten (Ofen, Ödenburg) verglichen, mutet diese innere Arkadenrei­he, die übrigens auch an anderen Raaber Wohnhäusern des 18.Jh. erscheint, recht altertümlich und anachronistisch an. Die barocke Lisenengliederung der Straßenfassaden wurde im Laufe der romantischen Fassadenerneuerung abge­schafft, doch wurden ihre Spuren unter der vereinfachten Mörtelgliederung wieder entdeckt; so konnte im Laufe der Renovierung 1984 die Barockfassade re­konstruiert werden. Aus der Zeit der romantischen Umbauten (Ende der 1850er Jahre) stammt das gekrümmte Treppenhaus mit Stufen aus rotem Marmor und einem gußeiser­nen Gitter. Abbildungen 1. Győr, Széchenyi Platz 1, Periodisationsplan der Kellerebene 2. Auf den Széchenyi Platz ausgehende Fassade, 1960 3. Das renovierte Gebäude im Jahre 1989 4. Teil der südlichen Arkadenreihe an der Innenfront, mit der südwestlichen Ecke (während der Forschung) . 5. Teil des bogenförmigen Treppenhauses, während der Forschung.

Next

/
Oldalképek
Tartalom