Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)
Détshy Mihály: Adatok Johannes Maria Speciecasa hadiépítész életpályájáról
Daten zur Lebensbahn des Architekten Joannes Maria Speciecasa Mihály Détshy Unter den größtenteils norditalienischen Kriegsbaumeistern in Ungarn um die Mitte des lö.Jh. begegnet man in den Quellen öfters einem Neapolitaner, dessen Leben und vielseitige Tätigkeit - im Gegensatz zu anderen Zeitgenossen - leider nur recht lückenhaft bekannt ist. Im folgenden soll versucht werden, das bisher über Joannes Maria Speciecasa Publizierte zu ergänzen und auch zu berichtigen. 1530 erscheint er als Offizier der Donauflotte König Ferdinands des I. bei der Belagerung von Buda, sodann als königlicher Baumeister in Wien, Altenburg und im Land ob der Enns. 1540 nach der Einnahme der Stadt Pest durch die von ihm befehligte Flotte zeichnete er sich mit der Errichtung von Wehranlagen, 1541 auch mit Kriegstaten zu Land und Wasser aus, wie der zeitgenössische Historiker Paulus Jovius und 70 Jahre später der ungarische Geschichtsschreiber Istvánffy über ihn als Joannes Marius Speciacasa berichtet. In seinem Dankbrief an den König für seine genehmigte Gehaltserhöhung 1541 erscheint er als human geschulter Kriegsmann und Kriegsarchitekt mit Kenntnissen römischer Geschichte und Sentenzen. Auf seine Bitte ernennt ihn Ferdinand 1542 zum königlichen Baumeister, vermutlich zur Aufsicht der Befestigungsarbeiten in Ungarn, worüber aber alle Angaben fehlen. 1550 betraut ihn der König mit der Leitung des Festungsbaus von Komárom, wo er bis 1553 bleibt. Inzwischen war er u. a. auch als Berater vermutlich am Schloßbau von Sárvár bei Thomas Nádasdy tätig. Im Sommer 1553 schickt ihn der König mit zwei anderen italienischen Architekten nach Eger (Erlau), um den Wiederaufbau der bei der türkischen Belagerung 1552 zerstörten Festung zu beraten. Darüber berichtet ein Memorial, beigeschlossen seinem Brief vom November 1553 an seinen Reisegefährten bereits aus seinem neuen Amtsitz bei der Wiederherstellung und Befestigung der Burg Altsohl (Zólyom). Es fehlt jede Auskunft darüber, weshalb er in Komárom entlassen mit dieser bescheidenen Aufgabe betraut wurde, und seinen Posten als Bauleiter mit dem ebenfalls italienischen Mauerermeister Jakob vom Luganersee oder von Imbsee teilen mußte. Im April 1554 wird er durch Nádasdy abermals nach Sárvár berufen, wo er aber keine Arbeit findet, dagegen von seinem Sohn Ferrando die Nachricht erhält, daß sein Heus in Komárom geplündert worden war, weshalb er sich vom abwesenden Nádasdy brieflich einen Wagen nach Wien erbittet. Eine letzte Nachricht über ihn findet sich in einer Verordnung Ferdinands I. vom 14. August 1557, wegen den „Widerwärtigkeiten" zwischen den beiden Meistern zu Neusol: „den nutzlichen Pawamaister beim Gebew behallten, vnnd den andern vrlauben". In den Rechnungsbüchern von 1558 ist bei Altsol lediglich die Besoldung Meister Jakobs verzeichnet. Der Sohn des Joannes Maria, Ferrando oder Ferdinand wurde um 1570 Festungskommandant von Neuhäusel und Veszprém. In einer Bittschrift an König Rudolf von 1582 schreibt Ferdinandus Zamaria Speciacasa über seinen Vater, daß er dem Großvater Rudolfs seit dem Fall von Buda bis an sein Lebensende mit höchster Treue und Fleiß als Baumeister in den Grenzfestungen gedient habe.