Lővei Pál szerk.: Horler Miklós Hetvenedik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 4. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)
Schönerné Pusztai Ilona: A kővágótöttösi római katolikus templom helyreállítása
Die Wiederherstellung der römisch-katholischen Kirche in Kővágótöttös Ilona Schöner-Pusztai Die aus dem Mittelalter stammenden Dorfkirchen nehmen unter den ungarischen Baudenkmälern einen besonderen Platz ein, und zwar deshalb, weil sie die meisten Informationen über unsere ehemaligen, die Hauptmasse unserer Siedlungen ausmachenden Dörfer bewahrten. In unserer Heimat geht bei jeder mittelalterlichen Kirche der Wiederherstellung eine archäologische Forschung und eine Bauuntersuchung voran. Die Ergebnisse deren werden von dem Architekten während der Rekonstruktion verwendet. Bis zum Anfang der 80er Jahre beschäftigten wir uns in der Planungsabteilung des Ungarischen Landesinspektorats für Denkmalpflege mit der Wiederherstellung zahlreicher kleiner Kirchen im ganzen Lande. Für die Architekten gab es äusserst viele Möglichkeiten, bei Beachtung der strengen denkmalpflegerischen Vorschriften auch ihre eigene Persönlichkeit zur Geltung zu bringen. Die Arbeiten waren recht vielfältig. Sie reichten von der einfachen Restaurierung bis zur Ausbildung neuer Teile, Innenräume oder Gebäudeblöcke. Neben den Bestrebungen des Denkmalschutzes mußte man auch darauf achten, daß die Gebäude auch ihre heutigen Funktionen erfüllen können. In dem zu der Pécser Diözese gehörenden Komitat Baranya, das bereits im Mittelalter dicht bevölkert war, sind mehrere beachtliche und auch weniger wertvolle, aber im Gesamtkontext gesehen ziemlich wichtige Kirchen erhalten geblieben. Unter diesen befindet sich auch die von Kővágótöttös, deren Wiederherstellung ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Fachleuten und der die lokalen Baudenkmale hochschätzenden Eigentümer ist. Die Wiederherstellung veranlaßte 1980 das Episkopat von Pécs auf eigene Kosten. Ferenc Csonka, der inzwischen an einem Unfall verstorbene Pfarrer, war der Leiter und Organisator der Arbeiten. Als LIauptgesichtspunkt des Planens mußte darauf geachtet werden, daß das Schiff der mittelalterlichen Kirche von dem Barockchor, der Sakristei und dem Turm in drei Seiten umgeben war. So haben wir neben dem Aufzeigen der mittelalterlichen Flächen und Offnungen den barocken Block wiederhergestellt. Der auch theoretisch diskutabelste Teil dieser Arbeit war die aufgrund alter Fotos durchgeführte Wiederherstellung der barocken Zwiebelkuppelform des Turmhelmes, der im Krieg vernichtet worden war. Im Inneren der Kirche haben wir bei der Neueinrichtung des Chores die zerstörten Grundmauern der ehemaligen Apsis wiederverwendet. Die der heutigen Zeremonie dienenden Gegenstände erhielten ihren Platz dort, wo sich im Mittelalter die Sitznische, das Pastoforium, der Altar und das Taufbecken befunden haben mögen. Am westlichen Ende des Kirchenschiffes haben wir die gemauerte Empore aus dem 19. Jh. beibehalten. Ihre Balustrade änderten wir in geringem Maße wegen der Erschließung der mittelalterlichen Fenster. Durch diese mit der Neuausbildung des Kirchengeländes beendete Arbeit ist uns gelungen, wieder etwas zu schaffen, was die Reihe unserer wiederhergestellten Dorfkirchen bereichert.