Icomos híradó különszám (A 37. Egri Nyári Egyetem előadásai 2007 Eger, 2007)

Charakter als Weinhauerort. Um 1900 gab es in Grinzing etwa 100 Weinhauer, die ihren Wein in Buschenschenken anboten! Auch größere Neubauten des frühen 20. Jhs. vermochten das Ortsbild nicht wirklich zu verändern, und jene außerhalb des Ortskerns errichteten Großbauten, seien es Villen, die Malerakademie Friedrich Ohmanns auf der Höhe der Himmelstraße oder die neuen von der Gemeinde Wien errichteten Gaststätten auf dem Cobenzl und beim Krapfenwaldl wurden von der blühenden Landschaft der Weingärten, Wäldchen, Wiesen und Bäche gleichsam aufgesogen. Daß dies gelingen konnte, verdankte Grinzing nicht zuletzt dem Beschluss des Wiener Gemeinderates im Jahr 1905, einen Wald- und Wiesengürtel zu schaffen und durch eine Panorama Straße zu erschließen, wodurch Bauspekulationen Einhalt geboten und z. B. das Projekt, eine großflächige Villenkolonie auf dem Cobenzl zu errichten, verhindert werden konnte. In den 1930er Jahren avancierte Grinzing zum weltberühmten Heurigenort der Wiener aller Gesellschaftsschichten, gefördert durch die Filmindustrie, die in Grinzing auch de facto beheimatet war, nämlich im Gebäude neben dem Trumelhof. Darüber hinaus brachte weltweite Grinzing-Werbung bereits damals Touristen aus aller Welt als Heurigenbesucher nach Grinzing. Der wirtschaftliche Neubeginn nach 1945 hatte auch in Grinzing manche Neuerung zur Folge: Der Ort, Teil des 19. Wiener Gemeindebezirks Döbling, wurde als Wohnsitz der Prominenz immer beliebter, und zu den Buschenschenken von einst gesellten sich Heurigen­Großbetriebe, was auch zu baulichen Eingriffen in die Substanz der alten Winzerhäuser führte, sei es durch „verschönernde" Fassadendetails oder durch geschmäcklerische Adaptierungen des Inneren und den Zubau von ebenerdigen Saaltrakten. Auch sonst griff das Bauwesen um sich. Nicht nur Villen, auch Gemeindebauten entstanden sowie Wohnhäuser verschiedenster Art. Da aber die meisten Bauten inmitten von Gärten errichtet wurden, gelang es auch hier dank der üppig wuchernden Grinzinger Vegetation, so manche Bausünde zu verschleiern. Das verbaute Gebiet erstreckte sich nunmehr nördlich und südlich der Ortsachse bis zu den Straßenzügen auf den Anhöhen, im Norden war die Trasse der 1873 errichteten Zahnradbahn auf den Kahlenberg zunächst die Grenze gewesen, aber als die Bahn 1922 ihren Betrieb einstellte, konnten auch hier Wohnhäuser gebaut werden (Unterer Schreiberweg). Auch in der erweiterten Siedlungslandschaft von Grinzing im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert dominiert immer noch das Grün der Bäume und der Gartenkulturen, die Wohnbauten sind in die traditionelle, vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft eingebettet, die an den Hängen des Reisenberg- und Nestelbaches zu den Höhen von Cobenzl und Himmel zieht und sich nach Norden über das Krapfenwaldl bis zum Kahlenberg, nach Nordosten zum Kamm des Nußberges erstreckt. Im Vergleich zum Stand von etwa 1900 nehmen die verbauten Flächen ein Vielfaches ein, dennoch bleibt die Autonomie der Weinbau-Landschaft mit punktuellen Ausnahmen gewahrt. Die jüngste Entwicklung sowohl des Bauwesens wie auch der landwirtschaftlichen Nutzung und Kultivierung des Raumes Grinzing ist jedoch besorgniserweckend. Steht das Ende dieser Kulturlandschaft bevor? Es ist das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, das zu drastischen Veränderungen führt. Einmal die wirtschaftliche Situation des Weinhauer sowohl hinsichtlich der Produktion als auch der Vermarktung des Weins: Immer seltener ist die nachfolgende Generation der Weinhauerfamilien bereit, sich dem Weinbau zu widmen, zumal die Arbeit schwer und die Konkurrenz - etwa durch ausländische Weine - groß ist. Die Zahl der Heurigenbetriebe hat sich erschreckend dezimiert. Gab es 1960 noch 120 eingetragene Buschenschenker, so sind es heute acht, darunter immerhin zwei alteingesessene Großbetriebe, die nur Grinzinger Eigenbau-Weine ausschenken und beliebte Touristenziele sind. Die übrigen sogenannten Heurigen sind Restaurants ohne Bezug zum Weinbau in Grinzing. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht die Tatsache, daß auch jene Winzerhäuser, die bislang noch als Buschenschenken genutzt waren, ihre Funktion zunehmend verlieren. Hier schlägt nun der Immobilienmarkt zu: In die historische Bausubstanz werden Appartments eingebaut, die mittelalterlichen Keller zu Tiefgaragen umfunktioniert. Der seit 2005 gültige neue Flächenwidmungsplan leistet hierbei Vorschub, erlaubt er doch höhere Trauflinien, also Aufstockung und

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