Icomos híradó különszám (A 37. Egri Nyári Egyetem előadásai 2007 Eger, 2007)

Es ist durchaus vorstellbar, dass der Oberlauf des Baches, das Areal des Ortskerns von Grinzing, bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten besiedelt war und dass schon damals Weinbau betrieben wurde. Obst- und Weinkulturen sind etwa 100 km südöstlich von Wien, im Bereich von Sopron und um den Neusiedlersee, bereits im 5. Jahrhundert vor Christus nachzuweisen. 1114 ist Grinzing zusammen mit den anderen Dörfern des heutigen 19. Wiener Gemeindebezirks im Klosterneuburger Traditionsbuch erstmals urkundlich genannt. Die Siedlung ober- und unterhalb des Zusammenflusses zweier Bäche - des Nestel­und des Reisenbergbaches, dürfte sich bereits damals zu beiden Seiten des tief eingeschnittenen Bach-Gerinnes erstreckt haben, mit jener linsenförmigen Ausweitung, die das Zentrum von Grinzing noch heute als Grabenangerdorf kennzeichnet. Wir können annehmen, dass das mittelalterliche Dorf durch kleine Türme und Mauerzüge gesichert war, denn die drei Bauten im westlichen, oberen Dorfbereich, die bereits im 12. Jh. genannt sind, nämlich der Trumelhof, Sitz der Herren von Grinzing, der Lößhof - wohl ursprünglich auch ein Edelsitz, dann Lesehof ­und der Passauerhof, Lesehof des Klosters St. Nikola in Passau, beinhalten noch in der heutigen Bausubstanz bauliche Elemente eines mittelalterlichen Festen Hauses. Im Schutz dieser höher gelegenen Ansitze entwickelte sich die dörfliche Siedlung von Weinhauern entlang der Bäche bzw. des Bachgerinnes unter der heutigen Himmelstraße und Sandgasse. Die Kirche - heute im Zentrum des Ortskerns - wurde erst im Lauf des 15. Jhs errichtet, als die Grinzinger den Weg zur Pfarrkirche in Heiligenstadt nicht länger auf sich nehmen wollten. Die Hauerhäuser des mittelalterlichen Grinzing, das im 14. Jahrhundert als blühender Weinort bekannt war, reihten sich als überwiegend giebelständige Streckhöfe zu beiden Seiten des Bach-Grabens aneinander, ihre steingemauerten gewölbten Keller, die der Produktion und Lagerung des Weines dienten, sind vielfach in der mittelalterlichen Form und Mauersubstanz erhalten. Sie zeigen die Lage und Anordnung der Häuser, verraten aber auch manches über ihre Gestalt. So sind fortifikatorische Elemente, Türme und Schießscharten, nachweisbar wie auch Zugänge und Fluchtwege zum Graben des Baches, dessen Gerinne etwa 7m unter der heutigen Straßendecke liegt, die erst im späten 19. Jahrhundert über dem damals eingerohrten Bach errichtet wurde. Das spätmittelalterliche Landschaftsbild des Weinortes Grinzing könnte so ausgesehen haben wie die Landschaftsszenerien in der Malerei um 1400 bei Darstellungen bäuerlicher Tätigkeiten im Jahreskreis (z. B. im Adlerturm des Kastells von Trient, 1404-1407): vor den Mauern eines türmchenbewehrten Städtchens erstrecken sich Weingärten, Wiesen und Äcker in einem Gefüge von Aufmessungslinien, das durch Wege, Hecken und Baumreihen markiert ist, wobei in Grinzing. (Wie natürlich auch in den anderen Weinorten an den Ausläufernen des Kahlengebirges) das Höhengefälle der Rieden in Hanglage ein Wellenmuster der Bepflanzungslinien hervorruft, das eine spezielle optische Qualität dieser Kulturlandschaft darstellt. Abgerundet wurde und wird das Landschaftsbild bis heute durch die bewaldeten Höhen und einen reichen Baumbestand, Hecken und Buschwerk an den Bachläufen sowie steinerne Mauerzüge. Einen besonderen landschaftsprägenden Akzent bilden die beiden Grinzinger Steinbrüche. Die Baulichkeiten des spätmittelalterlichen Weinhauerortes Grinzing waren in das landwirtschaftlich kultivierte Umfeld eingebettet, es bestand ein reizvoller Kontrapost, bei dem die Landschaft zwar ausdehnungsmäßig die beherrschende Rolle einnahm, die Bauwerke des Ortskerns jedoch das dominierende Zentrum bildeten. An dieser Situation änderte sich bis gegen 1800 nicht viel, abgesehen von der schwankenden Anzahl des Häuserbestandes entsprechend den Ortsbränden (1604!), feindlichen Einfällen (Türkenbelagerungen!) und sicherlich so manchen Hochwässern der Bäche. Eine Neuerung des späten 18. Jhs. bildete die Anlage der Landschaftsgärten auf den Anhöhen des Reisenberges, des Himmels und auf dem Geländesporn zwischen Nestel­und Schreiberbach, dem Krapfenwaldl. Den Ausgangspunkt bildeten kleine Anwesen, die als Sommersitz dienten wie jenes der Jesuiten auf dem Reisenberg, das unter Graf Cobenzl zum Zentrum einer romantischen Gartenlandschaft und später zum Schlößchen bzw. Schloßhotel ausgebaut wurde. Wo sich bis dahin nur Wald und Weideland erstreckt hatte, entstanden um 1800 auch Obst- und Weinkulturen, und die Meiereien von Cobenzl,

Next

/
Oldalképek
Tartalom