A népi építészet védelme (Az Egri Nyári Egyetem előadásai 1985 Eger, 1985)

Margarete Vyoral-Tscapka: Schutz und Erhaltung der Denkmäler der Volkarchitektur in Österreich

zahl von Denkmälern der sakralen Kleinkunst: Wegkapellen, Bildstöcke, Kreuze. Es hat sich gezeigt, dass die Zahl der inventarisierten Häuser etva 55% des gesamten Häuserbestandes beträgt, dass also mehr als die Hälfte der vorhandenen Bauten sichtbaren historischen Bestand darstellte. Dieses Verhältnis hat sich inzwischen zuungunsten des Altbestandes geändert. Ich vermute, dass mindestens ein Sechstel der von mir in den Jahren 1978-82 aufgenommenen Denkmäler der Volksarchitektur im Bezirk Wels inzwischen abgetragen oder durch Umbau seines Charakters beraubt wurde. Den gleichen Prozentsatz an inventarisierungswürdigem Altbestand nämlich -etwa 55% -erbrachte die Bestands­aufnahme der Profanarchitektur in den Wiener Gemeindebezirk 3, 4 und 5 (Bd. 44 der Österr. Kunsttopographie, erschienen 1980), wobei hier erstmals auch das Wiener Miethaus des späten 19. und frühen 20 Jhs. und die Gemeinde­bauten aus der Zwischenkriegszeit flächendeckend erfasst wurden. Beim zweiten österreichischen Denkmälerinventar, dem Dehio-Handbuch, das seit 1920 erschienen ist und für jedes Bundesland einen Überblick über den Denkmälerbestand erarbeitete, wurde dem anonymen" städtischen und ländlichen Wohnhaus im einzelnen sehr wenig Raum gewidmet, man beschränkte sich auf die Charakterisierung der Siedlungsform und die Aufzählung der vorherrschenden Haustypen. Erst bei der Neubearbeitung der Dehio-Bände seit 1973 wurde den Denkmälern der Volksarchitektur schrittweise mehr Raum gewidmet, wobei nicht nur Einzeldenk­mäler, sondern auch Ensembles, Orts- und Stadtdenkmale als übergeordnete Denkmaleinheiten genannt werden. Die bäuerliche Architektur wurde in breitem Umfang erstmals beim Dehio-Burgenland mitinventarisiert, der 1976 erschien. Anstoss für diese Gesamtinventarisation ländlicher Architektur, die freilich in kurzer Zeit durchgeführt werden musste, war die Tatsache der eingangs genannten immer sichtbarer werdenden Bedrohung des alten Bestandes als Folge der zu­nehmenden Bautätigkeit seit da 60er Jahren. Adelheid Schmeller, die Bearbeiterin des Bandes, meint dazu in der Rückschau. ,JJie veränderte Vorstellung von Wohnqualität führte in zunehmendem Masse zu Modernisierung oder Abbruch älterer Häuser. Überrascht musste man zur Kenntnis nehmen, dass neu Gebautes sich in alte Ortsbilder, die ja auch nicht zu gleicher Zeit oder in einem Zug entstanden waren, durhaus nicht oder nur in den seltensten Fällen harmo­nisch fügen wollte. So musste es zu einer ästhetischen Aufwertung von Bauten und Baugruppen kommen, denen in ein­zelnen früher kaum Beachtung geschenkt worden wäre". Parallel zum Abschluss des Dehio-Burgenland liefen die ersten Bestandsaufnahmen der Denkmäler des Bundes­landes Tirol. Sowohl die Siedlungsstrukturen als auch die vielfältigen Haus- und Hofformen dieses Landes stehen in stärkstem Gegensatz zu den Siedlungs- und Hofformen im Osten Österreichs, insbesondere des Burgenlandes. Während im Burgenland die Häuser im strengen Verband des Strassendorfes stehen, finden sich im ländlichen Bereich Tirols unregelmässige Sammelsiedlungen, vom kleinen Weiler über das locker verbaute Haufendorf verschiedenster Grösse bis zu Haufendörfern mit sehr dichter Verbauung, daneben weite Streusiedlungsgebiete und Einzelhöfe in den Rodungsgebieten des Hochmittelalters. Diese Gegebenheiten stellten die Bearbeiter des Dehio-Tirol vor nicht geringe Schwierigkeiten, denn gerade in den geschlossenen Siedlungen, wo die Inventarisation leichter durchzuführen ist, hatte die Veränderung der Wirtschaftsstruktur durch den Tourismus in den vorangegangenen Jahren zur Zerstörung eines grossen Teils der historischen Bausubstanz geführt, sodass die besterhaltenen Beispiele bäuerlicher Architektur in Tirol ausserhalb der geschlossenen Siedlungen, in entlegenen Weilern oder als Einzelhof zu finden sind. Insgesamt wurden 3700 Wohnhäuser erfasst, davon ca. ein Sechstel Bauernhöfe. Auch bei den Dehio-Handbüchern für die Bundesländer Vorarlberg und Salzburg (1983 erschienen bzw. in Erscheinung) wurden die Mitarbeiter dazu angehalten, ihren Bereich systematisch und flächendeckend zu bearbeiten und das Material auch möglichst eingehend fotografisch zu dokumentieren - obgleich der Dehio keine fotografischen Abbildungen enthält -, um der Denkmalpflege und der Hausforschung eine Grundlage zu liefern. So viel zur Inventarisation. Was geschieht nun tatsächlich zum Schutz des gefährdeten Einzeldenkmals bäuerlicher Architektur oder des dörflichen Ensembles, dessen Denkmalcharakter durch das Inventar gewissermassen ausgewiesen ist? Die Massnahme der Unterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt ist gerade im Falle dieses Architektur­bereiches mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Diejenigen Objekte, die auch heute noch zumindest teilweise in ein bäuerliches Wirtschaftsgefüge eingebunden sind, bieten die grössten Probleme, obgleich hier andererseits die heutige Nutzung dem ursprünglichen Zweck noch am ehesten nahekommt. Jedoch hat die Mechanisierung der Landwirschaft in den letzten 30 Jahren in manchen Gegenden eine so weitgehende Umstrukturierung der bäuerlichen Betriebe bewirkt, dass eine Unterschutzstellung eines gesamten derartigen Bauernhofes als utopisch anzusehen ist, da sie das Funktionieren des bäuerlichen Betriebes in Frage stellen würde. Der Denkmalpfleger ist daher gesetzlich dazu ange­halten, das Argument der Gehährdung der wirschaftlichen Existenz zu berücksichtigen. In diesem Fall kann die Unter­schutzstellung nicht oder nur in einem Teilbereich durchgeführt werden. Natürlich sind auch Argumente zu berück­sichtigen, die das Recht des Besitzers auf Verbesserung der Wohnverhältnisse und deren Angleichung an den herrschen­den Standard etwa hinsichtlich sanitärer Einrichtungen beinhalten, ebenso unzumutbare bauliche Gegebenheiten wie irreparabel feuchtes Mauerwerk und schlechte Lichtverhältnisse bei kleinen Fensteröffnungen. Aus dem Gesagten erklärt sich die Tatsache, dass bis 1982 in ganz Österreich nur 166 Bauernhäuser denkmal­geschützt waren, Ende 1984 waren es 363, und die jährliche Zahl an Unterschutzstellungen nimmt weiter zu. Ein Teil dieser geschützten Bauten besteht aus Bauernhäusern, die ihre Funktion gänzlich verloren haben, zumeist dadurch,

Next

/
Oldalképek
Tartalom