Magyar Műemlékvédelem 1980-1990 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 10. Budapest)
Helyreállítások - Bérczi László – Radovics Krisztina: A hajósi Madonna szobor restaurálása
DIE RESTAURIERUNG DER MADONNENSTATUE VON HAJÓS Die Madonnenstatue von Hajós gelangte 1726 nach Ungarn. Die aus Württemberg zu Anfang des 18. Jh. angesiedelten deutschsprachigen Einwohner brachten die in ihrer Heimat bereits als wundertätig verehrte spätgotishe Statue mit sich. Die Kirche zu Hajós wurde 1728 gebaut und um die Mitte des 18. Jh. wurde die Statue auf den für sie gastalteten Hochaltar gestellt. Das Bildwerk gehört zu der Reihe von AnkleideMadonnen vom Mariazeller Typ des 18. Jh. Die Erklärung zum Gnadenbild erfolgte 1794. Die plastischen Mängel wurden 1937 mit neuen Holzergänzungen behoben. Als erster Schritt der jetzigen Restaurierung mußten die beschädigten Oberflächen und das Holzmatierial der ursprünglichen gotischen Bruchstücke von störenden Ergänzungen befreit und konserviert werden. Aufgrund der im Laufe der Untersuchungen entdeckten eindeutigen Spuren wurde die Rekonstuktion der abhanden gekommenen Hand ermöglicht. Das Ziel der Ergänzung war die Annäherung zum Urzustand. Als Erstes wurden genaue Kopien der ursprünglichen Fragmente verfertigt. Diese wurden auf ein Gestell gesetzt, durch dessen Bewegung es gelang den ursprünglichen Zusammenhang und Anschluß der Teile zu finden. Zu den mit Hilfe von Analogien entworfenen Ergänzungen mußte ein neuer Werkstoff und Zusammenfügungsmöglichkeiten gefunden werden, die die genaue Anpassung der Ergänzungen an die trümmerhaften Flächen der ursprünglichen Fragmente ohne Kleben ermöglichten. Die aus der Mishung von Plextol, Holzmehl und Gips verfertigten Ergänzungen wurden auf ein nicht sichtbares Gestell versetzt, wodurch das Zusammenkleben der Teile vermieden werden konnte und auf diese Weise die Bestandteile unversehrt zerlegt werden konnten. Die restaurierte Statue ist heute wieder auf dem Altar zu sehen. In der Sakristei informiert eine Ausstellung über die Geschichte der Restaurierung und führt die Kleider und Schmuckstücke der Madonna vor Augen.