Magyar Műemlékvédelem 1973-1974 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 8. Budapest, 1977)

Sopron műemlékeivel foglalkozó tanulmányok - Dercsényi Dezső: A soproni műemlékvédelem három évtizede (1945-1975)

Das Gebäude ließ István Vitnyédi, Anwalt von Miklós Zrínyi, erbauen und erweckte mit dessen Frühbarock­architektur scharfen Protest seitens des puritánén Stadt­magistrats (Entwurf: László Agostházy). Die Restaurie­rung des Zichy-Meskő-Palais (Kolostor utca [Kloster­gasse] 9—11) konnte hingegen bis heute nicht gelöst werden. Mit Rücksicht auf die künstlerisch ausgestatteten Räume läßt sich auch hier ausschließlich eine Nutzung durch eine öffentliche Institution vorstellen. Bei der aus größtenteils romantischen öffentlichen Gebäuden beste­henden Häuserreihe des Széchenyi tér (Széchenyi-Platz), darunter den Berzsenyi-Gymnasium und den erst jüngst unter Denkmalschutz gestellten, wegen seiner Sezessions­architektur und Einrichtung geschätzten Postpalast, beschränkt sich unsere Aufgabe lediglich auf Renovie­rung und Instandhaltung. Wie schon erwähnt, wurden die kirchlichen Gebäude des geschützten Gebiets bereits früher zum größten Teil wiederhergestellt, darunter die St. Georgen-, die ehemalige Dominikaner- und Ursulmenkirche und der Kapitelsaal des ursprünglichen Franziskanerklosters. Doch fallen drei nennenswerte Wiederherstellungen auch in diese zweite Periode. Zunächst die der ältesten Kirche im Gebiet, der ehemaligen Franziskaner-, später Bene­diktinerkirche, volkstümlich Ziegenkirche genannt, deren äußere Restaurierung die Darbietung der gotischen Fassaden in ihrer ursprünglichen Form, sowie die Er­schließung des reichgegliederten Hauptportals ermög­lichte (Bild 22. Entwurf: János Sedlmayr). Eine nicht alltägliche und historisch besonders wert­volle Arbeit bedeutete die Erschließung und Wieder­herstellung der beiden mittelalterlichen Synagogen. Die Vertreibung der Juden aus Soj)ron im Jahre 1526 hatte auch die Beschlagnahme und Veräußerung ihrer Im­mobilien zur Folge. Beide Synagogen wurden zu Wohn­häusern umgebaut. Das Haus Uj utca II (Bild 23), in welchem jahrhundertelang eine Bäckerei in Betrieb war, lenkte durch das gotische Kreuzgewölbe in einem Zimmer des Obergeschosses die Aufmerksamkeit auf sich. Alsbald erwies sich anhand der durchgeführten Forschungen, daß der zweijochige Innenraum den Zwek­ken einer Synagoge gedient hatte (Entwurf: János Sedl­mayr). Unweit von diesem, in der ersten Hälfte des 15. Jh. erbauten Bethaus wurde in Hof des Hauses Új utca 24 eine zweite Synagoge (Bild 24—25) entdeckt (fast dieselbe Anlage finden wir im einstigen Judenviertel von Buda, in der heutigen Táncsics utca [ Táncsics­Gasse].) Auch hier hatte man die jüdische Kultstätte zu einem Wohnhaus umgebaut. Die Erschließung und Schaustellung ist in Hinsicht auf das Stadtbild als kühner Versuch anzusehen (Entwurf: János Sedlmayr). Schließlich sei noch erwähnt, daß die Standbilder auf den öffentlichen Plätzen ebenfalls wiederhergestellt wurden. In erster Linie die statuenreiche Dreifaltigkeits­säule, eine der frühesten im Land, sodann die Marien­säule (die neuen Reliefs am Sockel sind Werke von Károly Antal), der Marienbrunnen am Orsolya tér (Bildhauer: Ernő Szakái), wie auch das außerhalb der Innenstadt stehende mittelalterliehe Bäcker- und Rastkreuz. Ich möchte nicht den Anschein erwecken, als ob bis zum siebenhundertjährigen Jubiläum der Stadt die Restaurierung des Denkmalschutzgebiets vollständig durchgeführt werden könnte. Noch weniger möchte ich behaupten, daß es nunmehr in Sopron keine Wiederher­stellungsprobleme gibt. Die vereinzelten Restaurierun­gen, die im Stadtteil jenseits des Baches Ikva gelegent­lich vorgenommen wurden, weisen darauf hin, daß auch hier mannigfaltiges und wertvolles Denkmalmaterial in den unscheinbaren oder dörflich anmutenden Häusern verborgen ist (>>Zwei-Mohren«-Haus, Altarpfründehäuser Halász utca 1 und Pozsonyi utca 3, Újteleki utca [Neustift­gasse] 12 mit schöner Hoflaube [Bild 26]). Im genannten Stadtteil ragt die uralte St.-Michael-Pfarrkirche der gleichnamigen Vorstadt empor, deren durch Ferenc Storno vor mehr als hundert Jahren durchgeführte »stilgerechte« Wiederherstellung und kriegsbeschädigter Zustand eine zeitgemäße Restaurierung unbedingt erfor­derlich erscheinen läßt. Die Wiederherstellung des neben­an stehenden Karners, der Jakobus-Kapelle zeigte;, daß nach derartigen »stilgerechten« Wiederherstellun­gen — auch ohne Beseitigung ihrer Spuren — der zeit­gemäßem Denkmalpflege noch Aufgaben und Möglich­keiten geblieben sind (Entwurf: János Sedlmayr). Es ist allgemein bekannt, daß Sopron an Denkmälern Ungarns reichste Provinzstadt ist. Weniger bekannt ist aber, welchen vornehmen Rang — nicht nur hinsichtlich der Zahl ihrer Denkmäler, sondern auch in bezug auf eieren Wert und historische Bedeutung — diese viel geplagte Stadt einnimmt, nachdem sie den Großteil ihrer Werte bis auf unsere Tage bewahren konnte. Wir versuchten, die gewaltigen Bemühungem dar­zulegen, die die Stadtgemeinde unter Anleitung der Denkmalbehörde und mit Unterstützung der Partei und der Regierung in dem vergangenen drei Jahrzehnten für die Rettung ihrer historischen und künstlerischen Werte entfaltet hat. Diese anerkennenswerten Bemühungen würdigte die F.V.S. Stiftung, als sie Sopron im Jahre 1975 mit der Europa-Goldmedaille für Denkmalpflege auszeichnete. Das Epitheton ornans: Ci vitas Fidelissima erhielt durch diese Auszeichnung einen neuen Sinn: Treue zur nahezu zweitausendjährigen Vergangenheut der Stadt, treue Bewahrung der Denkmäler der Bau­kunst und der bildenden Künste der Vergangenheit. Dezső Dercsényi

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