Magyar Műemlékvédelem 1973-1974 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 8. Budapest, 1977)

Sopron műemlékeivel foglalkozó tanulmányok - Dercsényi Dezső: A soproni műemlékvédelem három évtizede (1945-1975)

inspectorats für Denkmalpflege als selbständiger Be­hörele, zugleich durch die' Erhöhung der Geldmittel für Denkmalschutz bahnten sichere Wege für die Zukunft. Die Grünehing einer Soproner Bauleitung zur fach­gerechten Ausführung der anspruchsvolleren Wieder­herstellungen in der Stadt war von größter Bedeutung. Neben dieser war auch die Bildhauerrcstauratoren­Werkstatt unter der Leitung von Ernő Szakái tätig, die hier auch die rekonstruktiven Steinmetzarbeiten der Visegráder Brunnen, des Erkers von Sikkis und vieler anderer Restaurierungen ausführte. Unter allen Bau­leitungen im Lande war diese elie einzige, der auch ein Archäologe (Sándor Tóth) unel ein Kunsthistoriker (Ferenc Dávid) angehörte. Rezső Trautmann, der Minister für Baeiwesen, dem eleu' Aeifse-hwung der Denkmalpflege zu verdanken war, hat elie Konzeption formuliert, die die Schwerpunkte unserer Arbeit bestimmte. Demgemäß sollten wir unsere Kräfte auf elie Wiederherstellung eines eler bedeutenei­sten Denkmäler, unel zwar des Schlosses von Buda, auf elie Rekonstruktion einer Stadt, namentlich Sopron, und auf die Restaurierung der Denkmäler einer Region, des wegen seines Fremdenverkehrs besonelers wichtigen Balaton-Gebiets, konzentrieren. Wenn auch der Anfangszeitpunkt der bis heute an­dauernden zweiten Periode der Soproner Arbeiten sich schwer bestimmen läßt, ihr Grundprinzip ist umso leich­ter erfaßbar: im Gegensatz zur ersten Periode handelt es sich hier um eine planmäßige Altstaeltsanierung. Es soll vorausgeschickt werden, elaß an eine Planmäßigkeit, wie beispielsweise in der Industrie oder im Innen- und Außenhandel, im Denkmalschutz nicht zu denken ist. Vielmehr haben wir die in den beiden bisherigen Re­konstruktionsplänen vorgesehenen Termine weit über­schritten, und auch unser Vorsatz, die vom Mauergürtel umgebene Innenstaelt und die Häuserreihe der um­gürtenden Straßen fortlaufend in größeren Einheiten wiederherzustellen, konnte nicht verwirklicht werden. Dennoch dürfen wir heute se'hon hoffen, elaß bis zum 700­jährigen Jubiläum der Stadt die Restaurierung eler Denkmäler eler Innenstadt im großen und ganzen fertig­gestellt wird. Wir könnten uns hier auf zahlreiche hindernde Um­stände berufen, vor allem auf die Schwierigkeit, die Häuser leer zu bekommen, zumal ohne die Aussiedlung der Bewohner — was immer mehr Tauschwohnungen erfordert — die baugeseliichtlichen Forschungen unel die auf diesen beruhenden Planungsarbeiten nicht ein­mal begonnen werden können. Auch mußten in vielen Fällen, trotz gründlicher vorhergehender Forschungen, die Baupläne während eler Wiederherstellung umge­arbeitet werden, weil neuere Funde ganz andere Lösungen erforderlieh machten. Wir könnten auch von eler Schwie­rigkeiten reden, elie uns Rechtsnormen bereiten. Die 1 Kosten eler Altstadtsanierung von Sopron werden gegen­wärtig zum Großteil aus elem Wohnungserneuerungs­kredit bestritten und deshalb können Funktionsände­rungen an Wohnhäusern nur nach Lösung schwieriger finanziellen' Fragen oder aber vorschriftswidrig vor­genommen werden. Mit dem Wohnungserneuerungskredit gab es sonst — auch mit Rücksicht auf die wertvollen Denkmäler — keine Probleme. Umsomehr Hindernisse verursachte eler sehr geringe Stadtentwicklungskredit, besonders aber der Mangel an Tnvestitionskredit bei elen hiesigen Unternehmern (in erster Linie im Gaststätten­wesen), der zur Quelle ständiger Schwierigkeiten wurde. Wir möchten die Altstaelt von Sopron, wie aue;h die anderen Denkmalschutzgebiete nicht in ein totes Reser­vat, in ein Museum verwandeln, vielmehr soll elie Alt­staelt rege belebt in den Blutkreis eler ganzen Staelt einbezogen werden. Das läßt sich aber allein mit öffent­lichen Gebäuden und Wohnhäusern nicht erreichen. Es besteht der dringende' Bedarf an anspruchsvollen, billigen und guten Gaststätten, an Geschäften, die in den — für Wohnungen übrigens meistens ohnehin un­geeigneten — Erdgeschossem der Häuser den Ansprüchen der Denkmalpflege; entsprechend eingerichtet werden können. Hierbei aber spielen auch gewisse subjektive Motive; mit. Das Erbe der Vergangenheit, elaß elie' Ge­schäfte von Sopron an der Ringstraße; unterbracht sinel unel auch in der Zukunft elort bleiben sollen, ist schwer zu überwinelen (und ist schließlich auch nicht gelungen). So wurde das geplante Warenhaus, das wir an der Ecke Új utca und Szent György eitca vorgeschlagen hatten, wo es unserer Ansicht nach günstig gewesen wäre;, anelers­wo ausgeführt. In Betracht solch seibjektiver Faktoren stieg mir auch der Geelanke aid", elaß das Lanelesinspekto­rat für Denkmalpflege' vielleicht nicht am glücklichsten handelte, indem es den Großteil der Soproner Wieder­herstellungen auf sich nahm, weil es damit elen Herrn eler Stadt, elen Stadtrat selbst an elen Arbeiten weniger interessiert machte. Schließlich noch ein Umstand, der uns große Schwie­rigkeiten bereitete unel auch künftig bereiten wird, nämlich eler, daß infolge eler spezifischen gesellschaft­lichen Entwicklung viele Wohnhäuser in Sopron sich im Besitz der Kirchen befanden (katholische unel evan­gelisehe Konventhäuser) und auch heute noch oft un­entwirrbares Privateigentum darstellen. Die Kosten einer zeitgemäßen Wiederherstellung können aber weder durch Privatbesitzer noch Gemeinden bestritten werden. Als einzige Lösung kommt die Übernahme solcher Gebäude' in Gemeinbesitz in Betracht, was dank dem anerkennungs­werten Verständnis eles Staelt- und Komitatsrates bei elen evangelischen Konventhäusern — die als besonders wertvolle Denkmäler auch sehr beträchtliche Wieder­herstellungskosten forderten — bereits geschehen ist. Die erwähnten Schwierigkeiten der Soproner Alt­stadtsanierung kamen größtenteils während der Aus­führung der Pläne ans Licht. Ein mahnendes Beispiel, daß bei der Planung anelerer Altstaeltsanierungen nebst der Bestimmung eler wissenschaftlichen und technischen Aufgaben auch elie Voraussetzungen der Ausführung in Betracht gezogen werden müssen. Die im engen Sinne genommenen fachlichen Voraus­setzungen der Altstadtsanierung gelang es rechtzeitig sicherzustellen, se> vor allem den ausführlichen Rege­lungsplan des Denkmalschutzgebiets. In eler ersten Stufe verfertigte; Gyula Riedlmayr (Städtebaupla­nungs-Institut VATI) einen Sanierungsplan zur Erschlie­ßung der Blockinneren, mit dem Vorhaben, bei der Wiederherstellung eler einzelnen Häuser durch Beseiti­gung der entschieden Charakter- und wertlosen Flügel die zu dicht bebaute Innenstaelt planmäßig luftiger und gesunder zu gestalten. Sowohl diese als auch die nach­folgenden Planungsverfahren wurdem dadurch cha­rakterisiert, elaß anhand gründlicher archäologischer und baugeschkihtlicher Forschungen elie wertvollen Bauteile bestimmt und von elen wertlosen unterschieden werden können, diese Forschungsarbeiten aber meistens erst im Laufe eler Wiederherstellungsarbeiten unel nicht vor der Fertigstellung der Regedungspläne ausführbar sind. Den ausführlichen Regelungsplan, eler elie Gesichts­punkte des Denkmalschutzes weitgehend berück­sichtigte, lieferte ebenfalls elas Städtebauplanungs-In­stitut (Entwurf: Zsuzsa Beck-Sedlmayr) im Jahre 1965. Meines Wissens war es eler erste Regelungsplan, der in Ungarn für ein Denkmalschutzgebiet entworfen wurde. Entsprechend mußte auch eine neue Methodik ent­wickelt werden. Schon durch seinen Maßstab 1 : 500 unterschied er sich von elen allgemeinen Regelungsplänen, unel eine Leitniveauvermessung sowie fotogramme­trische; Vermessungen sämtlicher Straßenbilder dienten als Grundlage;. Der Plan schloß sich natürlich elem allge­meinen Regelungsplan eler Stadt eng an, ela sonst der bereits erwähnte Grundsatz, wonach elas Denkmal­schutzgebiet zum organischen Teil der Staelt werden sollte, sich kaum hätte; verwirklichen lassen. Er ging auch auf Detailprobleme ein, die bei gewöhnlichen Flä­mings verfahren nicht berührt werden. So sollte' hin­sichtlich des Verkehrs — in Einvernehmen mit den Verkehrsbehörden — das Schutzgebiet als Fußgänger­zone vor de;m Fahrzeugverkehr bewahrt bleiben. Dem­entsprechend wurden am Lenin körút (Lenin-Ring) Parkplätze größeren Ausmaßes vorgesehen und die Gas-

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