Magyar Műemlékvédelem 1973-1974 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 8. Budapest, 1977)
Sopron műemlékeivel foglalkozó tanulmányok - Dercsényi Dezső: A soproni műemlékvédelem három évtizede (1945-1975)
die Urkunde Königs Lajos TL von 1526, in der er am Vorabend der Schlacht bei Mohács die Abtragung eines Gebäudes am Hauptplatz (heute Beloiannisz-Plat z 1. Apothekenmuseum) und damit auch die Erweiterung des Platzes verbot, mit der Begründung, der Abbau würde die Schönheit des Platzes beeinträchtigen. Tn den Archiven liegen sicherlich noch zahlreiche schriftliche Dokumente der Vorgeschichte unserer Denkmalpflege verborgen. Aus dem Gesichtspunkt unserer kurzen Einleitung ist jedoch der Umstand wesentlich, daß in Sopron bereits seit Mitte des 19. Jh. eine Bewegung begann, dank welcher die Bürgerschaft die Stadt und ihre historischen und künstlerischen Werte mehr und mehr als ihr Eigen erkannte. An diesen Bestrebungen hatte das Stadtverschönerungs-Komitee zweifellos seinen Anteil, nicht minder aber Ferenc Storno d. A., der sich hier 1845 niedergelassen hatte und — wie der Kunsthistoriker Károly Lyka treffend bemerkt — ganz Ungarn kreuz und quer restaurierte, dabei freilich auch seine Heimatstadt nicht vernachlässigte. Die Restaurierung der St.-Michael-Pfarrkirche (1859—1866), der Benediktinerkirche (1888—1894), der St.-JakobusKapelle (1880), der Johanniskirche (bei den zwei letzteren hatte bereits sein Sohn die Arbeit geleitet) und nicht zuletzt des Storno-Hauses (Beloiannisz-Platz 8), das er 1872 erworben hatte, trugen zweifellos zu der Erwekkung der allgemeinen Stimmung bei. Die Landesdenkmalkommission unter Vorsitz des Barons Gyula Forster gab sogar bereits 1903 den modernen DenkmalschutzBestrebungen Ausdruck, indem sie die »stilgerechte« Ersetzung der Barockeinrichtung der Benediktinerkirche verbot und die Aufmerksamkeit auf den unwürdig verwahrlosten Zustand des Kapitelsaals im Kloster lenkte. Diese Aufgabe, wie so manche anderen nützlichen Anregungen, konnten erst nach der Befreiung des Landes ausgeführt werden. Zwischen den beiden Weltkriegen verlieh der Umstand, daß trotz des Friedensvertrages von Trianon Ungarn aufgrund einer Volksabstimmung Sopron und ihre Umgebung behielt, dem gesunden Lokalpatriotismus einen starken politischen Inhalt, dessen bedeutendsten Ergebnisse nebst der Instandhaltung der Denkmäler hauptsächlich in dem Aufschwung der stadtgeschichtlichen Literatur zu erkennen sind. Die wichtigen Quellenpublikationen von Jenő Házi bildeten dazu die wissenschaftliche Grundlage, die Bücher Károly Heimlers mit den prächtigen Fotos von Károly Diebold, die Denkmalvermessungen der Budapester Staatlichen Baugewerbeschule, besonders aber die Aufsätze und Bücher des unermüdlichen Forschers, Endre Csatkai haben das Grundmaterial zu der späteren Denkmaltopographie von Sopron vorbereitet. Nennenswerte I )enkmalwiederherstellungen wurden zu jener Zeit nicht ausgeführt, höchstens Instandsetzungsarbeiten an Wohnhäusern, die als Denkmalobjekte Steuerbegünstigungen genossen. Eigentlich könnte ich sagen, daß die Stadt — ihrer Werte und ihrer Selbständigkeit bewußt — die Mitwirkung des staatliehen Denkmalschutzorgans nicht beanspruchte, ja sogar vielleicht auch nicht gerne sah. Nach einer solchen Vorgeschichte fegte sodann der zweite Weltkrieg über Sopron hinweg, nicht so sehr mit den Feuerwaffen der Artillerie, als mit verheerenden Luftangriffen. Schwere Schäden erlitten die St. MichaelKirche und die Ursulinenkirche, am schwersten aber wurde die St. Georgenkirche beschädigt, deren Stuckdekoration infolge der Erschütterungen und der Durchnässung von den Gewölben abfiel, nachdem das Gebäude ohne Dach stand. 1 dieselbe Bombe hatte auch dem benachbarten Kollegiatstift schweren Schaden zugefügt. Die Wohnhäuser erlitten noch größere Schäden, die infolge der sparsamen Ausführung der Barockzeit noch vervielfacht wurden. Der Abbau der drei beschädigten Häuser in der Szent György utca (St. Georgengasse) hatte die vollständige Zerstörung der Ecke Neugasse zur Folge. Am altehrwürdigen Platz der Stadt, dem Orsolya tér (Ursulinenplatz) wurde das Lunkanyi-Haus zerstört, genauer gesagt, es mußte infolge der erlittenen Schäden abgetragen werden. Auch das Gyóni-Haus und die Statue des .Marienbrunnens fiel der Zerstörung zum Opfer (Bild 1). Dagegen blieb das Haus Nr. 5 erhalten und hinter dem abgefallenen Verputz kamen die Bögen der vormauerten alten Laube zum Vorschein (Bild 2). Die Wiederherstellungspläne verfertigte Architekt Oszkár Füredi. Die schwerstem Sorgen bereitete jedoch der Umstand, daß es hinsichtlich des weiteren Schicksals der Stadt keine klare Konzeption gab. Die Civitas Fidelissima galt in politischer Hinsicht als letzter Sitz des S zálasiRegimes und des Parlaments der ungarischen Faschisten. Fin ansehnlicher Teil der Bevölkerung, der sich früher für volksdeutsch erklärt hatte, wurde? nach Deutschland übersiedelt. Durch ihre Lage 1 wurde die Stadt, die wie in einem Sack, von österreichischem Gebiet umschlossen, keine natürlichen Grenzen besaß, nach beiden Richtungen zu einer wahren Pforte für illegale Grenzüberschreitungen. Unter solchen Umständen kam es hier langsamer zu der Heilung der Kriegswunden. Als Folge nahm die »Vershvmung« der Wohnhäuser zu. Wegen der Wohnungsnot setzte sich die Zerkleinerung der Mietswohnungeinheiten fort, wodurch die Wohndichte weiter zunahm. Wenige erkannten die Zukunft der Stadt, da doch den Fremdenverkehr damals eine, die erwähnten illegalen Grenzübertritte verhindernde Grenzzonensperre noch erschwerte. Zu jener Zeit bedeuteten daher die Kunstdenkmäler für die Stadt eine wahre Bürde und jederlei Initiative oblag der zentralen Denkmalschutzorganisation, die aber ebenso mit Mangel an Geldmitteln, Fachleuten und Ausführungskapazität zu ringen hatte;, wie die Stadt selbst. Einen Ausweg aus dieser außerordentlich schweren Lage suchten wir — vielleicht nicht einmal bewußt in zwei Richtungen: Einerseits die tiaelitionsreiche wissenschaftliche Bearbeitung der Denkmäler, gestützt auf die diesbezügliche Praxis Endre Csatkais, fortsetzend, andererseits aber durch einige besonders bedeutende; Wiederherstellungen die Aufmerksamkeit des Landes auf die außerordentlich wertvollen Denkmäler lenkend. An anderer Stelle habe ich bereits darauf hingewiesen, von welcher Bedeutung in der Entwicklung unseres Denkmalschutzes die Stadtbild- unel Denkmaluntersuchungen waren, sowohl hinsichtlich eier Erschließung unseres Denkmalbestandes, als auch eler Einfügung eler Denkmäler in die Stadtregelungspläne. Der stattliche Band über Sopron wurde von Endre Csatkai 1953 fertiggestellt. Zur gleichen Zeit erschien eler erste Band eler neugestalteten Denkmaltopographie; über Sopron. Obwohl die Fachkritik den Band ziemlich unfreundlich aufnahm, machte elie; Vorsicht der Verleger, die das Buch in leeliglich 800 Exemplaren herausbrachten, balel eine neue Auflage notwendig, unel die beiden Verfasser erhielten den Kossuth-Preis. Binnen eines Jahres erschien in der Reihe »Ungarische Denkmäler« aus eler Feder Csatkais auch ein Sopron-Band. Mit einer neuen Folge wurde nun auch elie Zeitschrift Soproner Rundschau zu neuem Leben erweckt, elie dann zum authentischen Chronisten und Förderer der Stadtgeschichtsforschung unel der Denkmalschutzarbeiten wurde. Die Zerstörungen des Krieges gaben auch zu bedeutenderen Wiederherstellungen Gelegenheit. Das ursprüngliche Palais Stefan Vitnyédis, des Anwalts von Miklós Zrínyi, das spätere Kapitelhaus (Szent György utca 7), eines der ersten Barockbauten in Sopron, forderte elringenelen Eingriff, nachdem auch mit der Restaurierung eler anschließenden St. Georgenkirche begonnen wurde. Währenel es beim erstgenannten Objekt, lediglich zur Bergung eles Bestandes kam, konnte die Restaurierung eles barockisierten Kircheninneren vom gotischen Gebäude als wahre Sensation gelten, zumal nicht nur der Vorkriegszustand wiederhergestellt, sondern mit der Erschließung verbauter gotischer Details das Denkmal auch bereichert wurde. Die Arbeit hatte auch eine sich auf elie ganze Entwicklung eler ungarischen Denkmalpflege auswirkcnele Folge, nämlich elie; Einbeziehung eles Bildhauers Ernő Szakái in die Tätigkeit für elie Rettung unseres Kulturerbes. Die die gotischen Gewölbekappen überwuchernden Stuckdekorationen mußten zum Teil neu modelliert, die