Magyar Műemlékvédelem 1969-1970 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 6. Budapest, 1972)

TANULMÁNYOK - Geszti Eszter: A nagytétényi kastély története

DIE GESCHICHTE DES SCHLOSSES VON NAGYTÉTÉNY Die Wiederherstellung dieses wertvollen, im Kriege stark beschädigten Baudenkmals bot Gelegenheit, durch archäologische und historische Forschungen ihre Ge­schichte klarzulegen. Bei den Grabungen fanden sich in den Kulturschichten Siedlungsreste der Badener Kultur (in Ungarn Péceler Kultur), mit Fundmaterial einer bis zur Bronzezeit reichenden Zeitspanne. Bei der Romanisierung wurde auf die Beste eines keltischen Eravisker-Dorfes ange­siedelt und das Castrum Campona am l'annonischen Limes errichtet. Die unter dem Schloß erschlossene villa rustica war im 2. Jh. durch Krieg zerstört worden. Am Schloßgebäude wurden innen und außen früh­gotische Mauerteile und Spuren entdeckt. Auf Grund dieser Funde dehnte man die Zeitgrenzen der Archiv­forschungen aus. Daten über die Angehörigen des Stam­mes Tétény zur Zeit der Landnahme wurden gesammelt. Gleichzeitig wurden die Grabungen fortgesetzt und in der Gemarkung der ganzen Siedlung Beobachtungen" vorgenommen, Durch systematische Bearbeitung der Angaben der kontinuierlichen Siedlung gelang es, eine Bautätigkeit zur Zeit der Gutsherrschaft der Familie Hédervári festzustellen. Aus Urkunden ging hervor, und auch Sachfunde belegten die Tatsache, daß im 16. Jh. türkische Reiter­offiziere im Gebäude gewohnt hatten. Bei der Ver­treibung der Türken erlitt es starke Schäden. Das be­schädigte Gebäude ließ nach 171(1 Baron György Száraz wiederaufbauen. Bei der Pestepidemie von 1736 starb die Bevölkerung des Dorfes ans. Auch das Schloß verödete und fiel dem Verfall anheim. Von 1743 an war es im Besitz von Julianna Száraz, der Tochter von György Száraz, und ihres Gemahls József Rudnyánszky. Als Verwandter des Fürsten Antal Grassalkovich beteiligte sich dieser an der Bautätigkeit, die in Ungarn um die Mitte des 18. Jh. gerade auf Anregung von Grassalkovich lebhafter wurde. József Rudnyánszky ließ auf seinen Gutsanteilen eine Reihe schöner Herrenhäuser errichten, vor allem aber Schloß Nagytétény umbauen, und zwar in äußerst geistreicher und ästhetischer Weise. Das Schloß war von einem kleinen Park umgeben, der sich in drei Ter­rassen stufenweise abfallend bis zum Treidelweg am Donauufer erstreckte. Das Schloß Nagytétény blieb nicht lange im Besitz der Familie, und auch die Umgebung von Tétény wurde unter der Verwandtschaft aufgeteilt. Im 19. Jh. ist zunächst Zsigmond Szentgyörgyi Hor­váth der Eigentümer des Schlosses, dann dessen Erbe, Graf Kálmán Hugonnay. Nach dem finanziellen Zusam­menbruch der Familie erwarb Mór Lőwy das Schloß. Durch die Verwüstung des zweiten Weltkrieges wurde sowohl das Gebäude als auch der Park stark zerstört. Nach der Befreiung des Landes fand darin während der Verstaatlichung eine Schule für Landwirte Unter­kunft. Schließlich wurde das Baudenkmal nach dieser ungeeigneten Verwendung als Ausstellungsgebäude des Kunstgewerbemuseums wiederhergestellt. (il

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