Karl Alfred von Zittel: Handbuch der Palaeontologie. 1. Abtheilung, Paleozoologie. IV. Band: Vertebrata (Mammalia) (München und Leipzig, 1891-1893)

5. Classe. Mammalia. Säugethiere - 2. Unterclasse. Placentalia - 12. Ordnung. Carnivora. Fleischfresser - 2. Unterordnung. Fissipedia

Carnivora. Fissipedia. Canidae. Amphicyoninae. 645 La Plata 1) = Oligodens oder Oligobunis argentina Burm.], in den Megalonyx Beds von Virginien Myxophagus spelaeus Cope und Süd-Carolina (Arctodus pristinus Leidy). Ein isolirter letzter oberer M aus dem Pliocaen (Loup fork Beds) von Nebraska wird von Leidy mit Nasua verglichen und Leptarctus primus genannt. Die Bestimmung dieses Restes ist unsicher, ebenso die eines Unterkiefer aus dem Red Crag von Felixstowe in England, den Boyd Daw­kins (Quart, journ. geol. Soc. 1888, XLIV, 228) als Aelurus Anglicus bezeichnet. 4. Familie. Mustelidae. Wiesel, Marder, Otter 2). Typische Zahnformel: f 4f Oberer Reisszahn (P x) mit zwei scharfen Aussenzacken und kräftigem Innenhöcker. Unterer Reisszahn (Mi) gross, mit stark entwickeltem grubigem Talon, dessen schneidende Aussenwand höher als die Innenwand ist. M l im Oberkiefer quer verbreitert , trituberculär, klein oder gross, vierseitig. M 2 (nur bei fossilen Formen vorhanden) winzig, frühzeitig ausfallend. Mz im Unterkiefer klein , hinfällig. Gehörblase ohne Septum, gewölbt; Processus parocciptalis und mastoideus vorragend; Alisphenoidcanal fehlend. For amen postglenoidale und caroticum selbständig entwickelt-, Foramen condyloideum dem Foramen lacerum genähert. Körper gestreckt; Füsse meist fünfzehig, plantigrad oder digitigrad. Die. Musteliden sind kleine oder mittelgrosse, schlanke, bewegliche, meist blutgierige Räuber, die gegenwärtig mit Ausnahme von Australien über die ganze Erde verbreitet sind und in grösster Zahl die nördliche Hemisphäre bewohnen. Auch die fossilen Vorläufer aus dem Tertiär und Diluvium finden sich in Europa, Asien, Nord-Afrika, Nord- and Süd-Amerika und zwar die ältesten im oberen Eocaen von Europa. Obwohl die Musteliden auf Grund der Beschaffenheit der Schädelbasis von Flower und Mivart den Arctoi­den beigezählt und mit den Ursiden und Procyoniden zu einer grossen Gruppe vereinigt werden, so besitzen doch ihre fossilen Vorläufer, wie Schlosser überzeugend nachgewiesen, so enge Beziehungen, zu den älteren Viverriden, dass eine nur einigermassen scharfe Grenze zwischen beiden Familien im Eocaen kaum gezogen werden kann. Die Musteliden streben im Verlauf ihrer phyletischen Entwickelung allerdings eine stärkere Re­duktion und eine grössere Specialisirung ihrer Höckerzähne an, allein in ihrem Bau und ihrer Anordnung bewahren sie den Charakter von Viverriden und Caniden. Der untere Mt ist anfänglich (bei den älteren fossilen Formen) x) Ameghino hält Amphinasua für identisch mit Cynonasua (vgl. S. 604); letztere könnte jedoch auf ein mangelhaftes Unterkieferfragment eines Raubheutiers basirt sein. 2) Coues, Elliott, Fur-bearing animals. A Monograph of North-American Muste­lidae. U. S. geol. Survey. Miscell. Public. Washington. 1877. Gray , J. E., Revision of the genera and species of Mustelidae. Proceed, zool. Soc. London 1865. S. 100-154. Winterfeld, Franz, Ueber quartäre Mustelidenreste Deutschlands. Zeitschrift der .deutschen geol. Ges. 1885. S. 826.

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