Pálffy Géza: A Szent Korona Sopronban; Nemzeti kincsünk soproni emlékhelyei (Sopron-Budapest, 2014)
Összegzés: a Szent Korona Sopronban - különleges koronaszemlék és uralkodókoronázások
ähnliche Ereignisse haben wir in der Geschichte der ungarischen Krone keine Kenntnis. Diese „doppelt“ vorgenommene Kronenbesichtigung kann als Odenburger Spezialität angesehen werden. Die ungarische Krone spielte bei den drei Krönungsreichstagen in Odenburg ihre wichtigste Rolle, nämlich bei der Krönung König Ferdinands III. im Jahr 1625, beziehungsweise bei den Krönungen der Königinnen im Sommer des Jahres 1622 und Ende des Jahres 1681, die sich in der ehemaligen Franziskaner-, heute Benediktinerkirche oder Geisskirche abspielten. Die hier vorgenommenen prunkvollen Zeremonien hatten Ödenburg im 17. Jahrhundert zur neuen Krönungsstadt des Königreiches Ungarns, die Klosterkirche zur - heutzutage fast in Vergessenheit geratenen - Krönungskirche Ungarns gemacht. Neben Stuhlweisenburg/Székesfehérvár, Fressburg/Pozsony/Bratislava und Ofen/ Buda zählte auch Ödenburg zu den Krönungsstädten des Königreiches Ungarn. Während der weltlichen Zeremonie der Krönung vom Ferdinand III. im Dezember des Jahres 1625 gelangte die Heilige Krone Dank des in der Vorstadt vorgenommenen königlichen Eides auch in die Außenstadt der Stadt, nämlich auf die heutige Grabenrunde (ung. Várkerület). Sie tauchte zum Anlass des durch den Herrscher in die vier Himmelsrichtungen vorgenommenen Kreuzstreiches - getragen auf dem Haupte vom Ferdinand III. - auch auf dem Berg oberhalb der Stadt auf. Infolge dieses Ereignisses erhielt der Berg seinen auch noch heute verwendeten Namen, Krönungsberg (ung. Koronázódomb). Durch den Transport der die Krone enthaltenden Eisentruhe und durch den feierlichen Krönungsprozession wurde die ungarische Krone fast durch die ganze Innenstadt gefahren. In den Jahren 1622 und 1625 wurde sie einstweilig im späteren Probst-Haus (St. Georgen Gasse/Szent György utca 5.) überwacht, die diesbezügliche Ursache ist leider zurzeit noch ungewiss. Bei den als letzter Abschnitt der drei Krönungen geltenden Krönungsmäh- lern war die Stephanskrone für längere oder kürzere Zeit auch im Gebäude des heutigen Bergwerksmuseums (Kirchgase/Templom utca 2.) und im Gebäude des Kossow-Hauses (Hauptplatz/Fő tér 4.) anzutreffen. Diese Stadtpallais dienten 1622 und 1625, beziehungsweise 1681 als Unterkunft der kaiserlichen Familie und ihres unmittelbaren Geleites, d. h. als provisorische Residenz der nach Ödenburg gefahrenen Habsburgerhofhaltung, deshalb wurden sie Ende 1681 - auf Wiener und Pressburger Analogie - symbolisch mit dem Namen Burg, beziehungsweise lateinisch aula, d. h. der Hof bezeichnet. Letztere Bezeichnungen weisen darauf hin, dass sich zur Zeit der ungarischen Krönungsreichstage im 17. Jahrhundert nicht nur die Heilige Krone Ungarns und der überwiegende Teil der ungarischen politischen Elite in Ödenburg befand, sondern sich auch der Kaiser und seine Wiener Hofhaltung, sowie ausländische Gesandtschaften (der päpstliche Nuntius, der spanische und venezianische Botschafter oder der toskanische Gesandte) für eine längere oder kürzere Zeit in Ödenburg eingetroffen hatten. Dank ihrer Berichterstattungen gelangten die Nachrichten über die Ödenburger Geschehnisse um die Krone und der Krönungsreichstage geschwind in die weitesten Teile Europas. Bei diesen bedeutenden Ereignissen gelangte Ödenburg schnell auf die Titelseiten der österreichischen, deutschen, spanischen und italienischen zeitgenössischen Zeitungen und anderen Drucksorten, die ihren guten Namen auf 91