Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - I. Zeitreise

Zeitreise 93 10 Eine „heilige" Allianz? 1 683 Mai 31, Warschau Johann III. Sobieski von Polen ratifiziert das Bündnis mit Kaiser Leopold I. zur Befreiung Wiens Pergamentlibell mit eigenhändiger Unterschrift Johannes Rex" und Wachssiegel, 16 Seiten, latéin Allgemeine Urkundenreihe 1683 III 31 Im Jahre 1683 brach zum zweiten Mal seit 1529 ein osmanisches Heer unter dem Kommando von Croßwesir Kara Mustafa Pascha - vermutlich aus übertriebenem Ehrgeiz, Sultan Süleyman „den Prächtigen" zu übertrumpfen - auf, um die Stadt Wien einzunehmen. Die drohende Gefahr führte auf Drängen von Papst Innocenz XI. zu einer Verständigung zwischen Kaiser Leopold I. und dem polnischen König Jan Sobieski, deren Vertreter am 31. März 1683 über ein Defensiv- und Offensivbündnis Einigung erzielten. Kurz nachdem sich die polnischen Truppen mit den Kaiserlichen bei Tulln an der Donau vereinigt hatten, befreiten sie unter dem nominellen Oberkommando des Polenkönigs am 12. September 1 683 die seit zwei Monaten belagerte Stadt. Der Entsatz von Wien bedeutete die entscheidende Wende in der militärischen Konfrontation zwi­schen Habsburgern und Osmanen, die Kaiserlichen gingen zur Offensive über. Auf päpstliche Initiative schlossen sich 1684 Venedig und Rußland dem kaiserlich-polni­schen Bündnis an und bildeten zusammen die „Heilige Allianz": Obwohl es nie zu kon­zertierten militärischen Aktionen kam, eroberten die Kaiserlichen in den folgenden Jahren sukzessive ganz Ungarn und Siebenbürgen, während die Venezianer die Peloponnes einnahmen (vgl. auch lllc/6). Ernst Petritsch

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