Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Gebäude - Elisabeth Springer-Manfred Wehdorn: Der Baubestand
54 Der Baubestand Erwärmung der Räume erfolgte über Radiatoren und war für Temperaturen von 12° C für das Magazin und 20° C für die Arbeitszimmer und die Bibliothek ausgelegt. Von Anfang an waren alle Räume auch elektrisch beleuchtet: Die Gesamtzahl der verwendeten Glühlampen betrug 900 Stück; von den 616 Lampen des Magazins waren 259 transportable, an Haken hängende Handlampen, die beim Abheben aufleuchteten. Die Elektroleitungen für das Magazin wurden in messingarmierten Rohren geführt und besaßen eine Gesamtlänge von 24 km. Das ganze Haus war mit Wasserleitungsrohren durchzogen, zwei Hydranten in jedem Stockwerk des Verwaltungstraktes und sieben in jedem Geschoß des Magazins dienten der ersten Löschhilfe. Das Dach ist zweischalig und wird von Fachwerkbindern getragen, deren Obergurte die Mansardenform und deren Untergurte ein großes Spiegelgewölbe bilden. Die steilen Dachflächen der äußeren Schale waren ursprünglich zum Großteil mit 5 mm starken Glasplatten eingedeckt. Der flache obere Teil der Mansarde ist außen mit Zinkblech auf einer Bretterschaiung versehen; die Steilflächen wurden mit Asbestzementplatten gedeckt. Die innere Verkleidung besteht aus gebogenen Putzträgern bzw. geätzten Spezialglastafeln. Unter der flachen Decke wird das stuckverzierte Gewölbe von 5 cm starken Korksteinplatten gebildet. Diese Platten sind am Eisengerippe des Dachstuhls mit verzinkten Eisenklammern befestigt. Sowohl die Glasschalen als auch die vollwan- digen Teile von Außen- und Innenhaut konnten zur Entlüftung an mehreren Stellen geöffnet werden. Die in herkömmlicher und traditioneller Bauweise errichtete Außenerscheinung des Haus-, Hof- und Staatsarchivs steht also in einem erstaunlichem Gegensatz zu dem zur Zeit seiner Errichtung hochmodernen Innenausbau. Gerade dadurch ist das Links: Massivpfeilerstellungen im Haustechnikkeller Rechts: Teile des Regalsystems vor der Restaurierung