Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - V. Alltag

Alltag 171 3 Öffentliche Straßenbeleuchtung Ca. 1 780, Turin Bericht des Legationssekretärs Anton Henriquez de Ben an die Staatskanzlei Federzeichnung zart laviert auf Papier, signiert „Ruffin, Officier d'ArtiIlerie", Beschriftung italienisch Staatenabteilungen Sardinien 39 Henriquez de Ben war seit 1 773 durch viele Jahre als Legationssekretär an der österrei­chischen Botschaft am Turiner Königshof beschäftigt. Neben seiner Amtstätigkeit sam­melte er alle bemerkenswerten Nachrichten über das Haus Savoyen und über alle Zweige der Verwaltung im Königreich Sardinien. Bis zum Jahr 1788 schickte er seine diesbezüglichen Materialien in acht großen Bänden an die Staatskanzlei ein. In dieser systematisch angeordneten Sammlung findet sich neben vielen Statistiken und Veduten auch eine Nachricht aus dem Bereich der Alltagstechnik: ein Blatt mit tech­nisch durchgearbeiteten Detailzeichnungen des Turiner Systems der öffentlichen Straßenbeleuchtung. Die Einrichtung einer öffentliche Beleuchtung in den europäi­schen Städten läßt sich seit dem 1 7. Jahrhundert nachweisen. Das Turiner System sah große Laternen vor, die mit Wandarmen an den Hausmauern befestigt wurden. Zur Lichterzeugung dienten dicke Dochte und Olivenöl, die Lampen sind nach einem ausgeklügelten Plan entworfen, der sowohl das regelmäßige Nachfließen des Öls als auch die beste Ausnützung des Lichtes durch Anbringen von Reflektoren bedenkt. Elisabeth Springer

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