Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - IV. Kultur

166 Kultur 11 Bretter, die die Welt bedeuten 1 907 November 1, Wien Giacomo Puccini an Gustav Mahler Gustav Mahler hatte die Direktion des k. k. Hofoperntheaters zu Wien von 1897 bis 1907 inne. In das letzte Jahr seiner Direktion, in den Spätherbst 1907, fiel die Erstaufführung der Oper „Madame Butterfly" von Giacomo Puccini. In einem Schreiben an den Dirigenten Franz Spetrino ersuchte der Komponist um die Bekanntgabe der letz­ten Probentermine. Die Direktion der k. k. Hofoper lud daraufhin den in Torre del Lago in der Toskana lebenden Komponisten ein, den in der Woche vom 21. Oktober ange­setzten Orchesterproben und der am 28. Oktober stattfindenden Generalprobe beizu­wohnen. Puccini reiste zu den letzten Proben und der Aufführung seines Werkes nach Wien und stieg im Hotel Bristol ab. Am 31. Oktober 1907 fand die Erstaufführung, in deutscher Sprache gesungen, unter der Regie von Wilhelm von Wymetal statt, das Bühnenbild entwarf Alfred Roller. Die erste Wiener Butterfly gab Selma Kurz, Georg Maikl übernahm die Rolle des Leutnant Pinkerton, Alfred Waidmann sang den Sharpless. Diese Inszenierung sollte in Wien noch 105 Aufführungen erleben, eine Neueinstudierung brachte erst das Jahr 1920. Giacomo Puccini bedankte sich in einem am 1. November 1907 im Hotel Bristol geschriebenen persönlichen Brief über­schwenglich bei Gustav Mahler für die Aufführung „seiner Butterfly" in der kaiserlichen Oper. Papier, eigenhändiges Schreiben, italienisch Hofarchive, Oper ZI. 1020 ex 1907 Irmgard Pangerl

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