Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - III. Haus - Hof - Staat

Hof 133 Kleider machen Leute 1874, Wien Galauniform des Obersthofmeisters 7 Aquarellierte Zeichnung von Franz Gaul Hofarchive, Obersthofmeisteramt Sonderreihe 247 Die Einführung von Beamten- und Hofstaatsuniformen erfolgte unter Kaiser Franz I. von Österreich. Die Uniformierungsvorschriften für die vier obersten Hofchargen - Obersthofmeister, Oberstkämmerer, Obersthofmarschall und Oberststallmeister - wur­den erstmals am 1. Juli 1814 veröffentlicht. Hierin wurde bestimmt, daß „diese Uniform in allen Feyerlichkeiten, insbesondere in solchen, bey welchen die Gremien in Corpore erscheinen, als die anständige Kleidung anzusehen" ist. Der jeweiligen Hofansage war zu entnehmen, ob die Beamten Galauniform oder nur die Staatsuniform anzulegen hat­ten, ebenso gab es spezielle Bestimmungen für die Hoftrauer. Die Uniform bestand aus Frack, Kniehose, zu der Strümpfe und flache Schnallenschuhe getragen wurden, sowie Degen und Zweispitz. Da jedoch auch die Uniform der Mode unterworfen war, kam es in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu einer Neugestaltung. Die Entwürfe stam­men vom Maler Franz Xaver Gaul (1837-1906). Er war ab 1868 Kostümmaler der bei­den Hoftheater und somit selbst Hofstaatsbediensteter. Der hier gezeigte Entwurf aus dem Jahre 1874 stellt die Galauniform des Obersthofmeisters selbst dar. Auffälligste Änderung gegenüber der 1814 eingeführten Uniform ist die lange weiße Hose, die nun zu rotem Rock und weißem Gilet getragen wurde. Irmgard Pangerl

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