Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - III. Haus - Hof - Staat

Haus 119 5 Wappen und Kronen - Zeichen der Herrschaft Ca. 1565 Johannes Sambucus, Wappen der Vorfahren Kaiser Maximilians II. ^■trntL /?/CAV’ AU y-^- " ■ •' i W iUxinríJi­\fc. \/j&r Malerei auf Papier mit handschriftlichen Ergänzungen und Korrekturen (Beilage zu einem Brief des Johannes Sambucus an Maximilian II.) Habsburgisch-Iothringi- sche Hausarchive, Familienakten 1 7 Der ungarische Humanist János Zsámboky (1531-1584), latinisiert zu Johannes Sambucus, war ein weitgereister Mann, der an verschiedenen europäischen Universitäten die Fächer Medizin, Jus, alte Sprachen, Geschichte und Philosophie stu­diert hatte, ehe er sich 1560 in Wien niederließ. Er gehörte bald dem Hofkreis um Kaiser Maximilian II. an, der ihn zum kaiserlichen Rat und Hofhistoriographen ernannte. Das vorliegende Blatt entstand im Zusammenhang mit den Plänen zur Fertigstellung des Grabmals Maximilians I. in der Innsbrucker Hofkirche, als sich der regierende Kaiser Auskunft über seine Vorfahren erbat. Die dargestellten Wappen sind jene der vier Großeltern (Philipp der Schöne, Johanna die „Wahnsinnige", Wladislaw II. von Böhmen und Ungarn und Anne de Foix), zweier Urgroßeltern aus dem Haus Habsburg (Maximilian I., Maria von Burgund) und zweier Ahnen aus dem Haus Jagiello (Kasimir von Polen, Elisabeth, Tochter Albrechts II.). Wie weitere beiliegende Blätter zeigen, wendete Sambucus viel Mühe dafür auf, den jeweiligen Typus der Krone, die genauen Herrschaftstitel und die Zusammensetzung des entsprechenden Wappens festzustellen. Große Schwierigkeiten verursachten ihm in dieser Hinsicht das Wappen und die Familie von Anne de Foix (1484-1506), der Mutter Ludwigs II. von Ungarn und der Anna Jagiello, die 1526 zur Alleinerbin von Ungarn und Böhmen wurde und diese Länder an ihren Gemahl Ferdinand I. übergab. Sambucus' Ansicht vom Rang einer königlichen Großmutter konnte ein Fräulein de Foix nicht genügen, daher machte er sie zu Anna von Aquitanien. Die Wappen der beiden Habsburger Maximilian I. und Philipp des Schönen zeigen im Zentrum jeweils den österreichi­schen Bindenschild, nicht aber den habsburgischen Löwen — die Familie ist zum Haus Österreich geworden. Elisabeth Springer

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