Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - II. Der Stoff, aus dem Geschichte ist
106 Der Stoff, aus dem Geschichte ist 6 Handgefertigte arabische Drucktypen 1780, Wien Tafel mit arabischen Buchstaben, Silben und Worten aus Meninskis „Lexicon Arabico-Persico-Turcicum" Aus der jahrhundertelangen Nachbarschaft zum Osmanischen Reich resultierte die Lebensnahe der österreichischen Orientalistik. Im Vordergrund stand das Studium der in arabischen Schriftzeichen geschriebenen osmanisch-türkischen Sprache, während in den übrigen europäischen Staaten das Hauptinteresse theologischen Fragestellungen und damit dem klassischen Arabisch galt. Der gebürtige Lothringer Franz von Mesgnien (1623-1698), der im diplomatischen Dienst Polens türkisch gelernt hatte und mit dem Prädikat „Meninski" in den polnischen Adelsstand erhoben worden war, wurde von Kaiser Leopold I. nach Wien berufen und 1662 zum Hofdolmetsch ernannt. 1680 erschien der erste Band von Meninskis Hauptwerk „Thesaurus Linguarum Orientalium ... Lexicon Turcico-Arabico-Persicum", die Fertigstellung verzögerte sich freilich bis 1687, da die eigens dafür eingerichtete Druckerei in der Wiener Vorstadt Rossau während der Türkenbelagerung im Jahre 1683 ein Raub der Flammen wurde. Genau hundert Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes gab auf Initiative von Kaiserin Maria Theresia die von ihr gegründete Orientalische Akademie eine vierbändige Neuauflage mit dem Titel „Francisci a Mesgnien Meninski Lexicon Arabico-Persico-Turcicum" heraus, der die abgebildete Tafel entnommen ist. Druck, Papier, arabisch-latein Bibliothek der ehemaligen Konsularakademie 2805a, Band 1, Tab. I Ernst Petritsch