1100 Jahre österreichische und europäische Geschichte in Urkunden und Dokumenten des Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1949)
1100 Jahre österreichische und Europäische Geschichte - Transkriptionen und Erläuterungen
1863 August 20, Baden-Baden. 89. König Wilhelm I. von Preußen schreibt an den Kaiser Franz Josef I. als Antwort auf das durch den König Johann von Sachsen überbrachte Reformprojekt des Frankfurter Fürstentages; er erklärt bei seinem Entschluß, nicht zur Fürstenversammlung zu kommen, zu beharren und Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn durch „geschäftsmäßige Behandlung von Seiten“ seiner „Räte die zu erörternden Abänderungen der Bundesverfassung in ihrem Verhältnis zu der berechtigten Machtstellung Preußens und zu den berechtigten Interessen der Nation eingehend geprüft sein werden“. Orig.-Pap., 2 Blätter: (20-5 6x 33 h), Blatt 2v. — Faksimile verkleinert. Druck des Konzeptes: Die auswärtige Politik Preußens 1858—1871. 3, 1932, S. 739f. Vgl.: H. v. Srbik, Deutsche Einheit, 1, München 1942, S. 56. Nach der Ordnung der inneren Angelegenheiten (siehe Nr. 88) wandte sich Österreich wieder der Ordnung der deutschen Frage (siehe Nr. 85) zu. Zu diesem Zwecke berief Kaiser Franz Joseph im August 1863 einen Fürstenkongreß nach Frankfurt am Main. Die Versammlung blieb aber ohne Ergebnis, da König Wilhelm I. von Preußen (1861—1888) entgegen dem Rate des Kronprinzen unter dem bestimmenden Einflüsse Bismarcks beharrlich seine Teilnahme verweigerte. Majestaet und Unsre in Frankfurt ver/sammelten erhabenen Bundesgenossen / bitte Ich, den angelegentlichsten Ausdruck bundestreuer Freundschaft zu / empfangen, mit der Ich bleibe Euer 1) Majestät Baden-Baden, freundwilliger Bruder den 20ten August und Freund 1863. Wilhelm. An Seine Majestät den Kaiser von Oesterreich. [ Grill ] 90. I860 August 14, Gastein. Kaiser Franz Joseph I. und König Wilhelm I. von Preußen schließen einen Vertrag über die Trennung der bisher gemeinsamen Verwaltung der Herzogtümer Schleswig und Holstein und über die Abtretung Lauenburgs an Preußen. Orig.-Pap., 6 Blätter: (20 bx 3h5 h), Blatt 6'. — Faksimile verkleinert. Drucke: Meyer-Zöpfl 3, S. 576. — Martens, Nouveau Recueil 18, S. 2. — Neumann 10, S. 233. Regest: Bittner, Verzeichnis, 3, S. 177 n. 3560. Ratifikation: des Kaisers Franz Joseph, 1865 August 20, Salzburg; des Königs Wilhelm I., 1865 August 20, Salzburg (Orig.: Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv). — Protokoll über den Austausch der Ratifikation 1865 August 20 Salzburg (Orig.: W ien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv). Ihren Majestäten dem Kaiser von Oester/reich und dem Könige von Preussen durch / Austausch schriftlicher Erklärungen bei Aller/höchstderen nächster Zusammenkunft geneh/migt werden. Zu Urkund dessen haben beide / Eingangs genannte Bevollmächtigte / diese Vereinbarung in doppelter Ausferti/gung am heutigen Tage mit ihrer / Namensunterschrift und Siegel versehen. So geschehen Gastein, am vierzehnten August / Eintausend achthundert fünf und sechzig. L. S. 2) G. Blome 3) L. S. 2) v. Bismarck 3) [ Grill ] 91. 1866 Juni 12, Wien. Kaiser Franz Joseph I. und Kaiser Napoleon III. der Franzosen schließen einen geheimen Vertrag über die Abtretung des lombardo-venezianischen Königreiches an Italien, über die Ordnung der deutschen Angelegenheiten und über die wohlwollende Neutralität Frankreichs während des bevorstehenden Krieges mit Preußen. Orig.-Pap., 2 Blätter: (23 bx 35 h), Blatt 2V. — Faksimile verkleinert. Regest: Bittner, Verzeichnis, 3, S. 187 n. 3612. 98 J) Von hier ab eigenhändige Unterfertigung. 2) Rotes Lacksiegel an schwarz-gelber Schnur aufgedrückt. 3) Unterschrift eigenhändig.