Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

54 sein Gut Horic, und im Jahre 1667 Cardinal Graf Harraoh, Erzbischof von Gran, sein ganzes Vermögen dem Staate zum Zwecke der Invaliden-Versorgung testamentarisch. Georg Graf von Szécheny, Erzbischof von Gran, widmete im Jahre 1692 die Summe von 175.000 fl. zu gleichem Zwecke. Diese Capitalien bildeten zunächst einen Fonds für die Invaliden-Versorgung. Es wurden damit zu Prag rmd Pest, dann später auch in Wien Häuser angekauft, um einer gewissen Anzahl von dienstuntauglichen Kriegern freie Wohnung zu bieten1). In diesen Invalidenhäusern waren gleichfalls Feld- kapläne angestellt; in Wien P. Johann Neudorfer, Bene- dictiner, und in Pest Jakob Werner, Franciscaner, als die ersten. Obrist Christoph von Sacken bestimmte in seinem aus dem Jahre 1711 datierten Testamente, dass jenen ver­wundeten Soldaten in der Alsergasse, »so sich bei denen Patribus Trinitariis in der Kirche bei dem gestifteten Quatember amte einfinden werden, alle Quartale Einhundert Gulden ausgezahlt werden sollten2)«. Als im Jahre 1763 die adelige erste Arciéren-Leibgarde und die ungarische Leibgarde, dann im Jahre 1771 die Mailänder und 1785 die galizische Noble-Garde zur Er­richtung gelangten, wurden auch bei denselben Militär- Seelsorgen systemisiert, welche schon zufolge ihrer besseren Besoldung als vornehme Anstellungen galten. Der erste Kaplan bei der deutschen Garde war P. Karl Tauppe S. J. und bei der ungarischen Garde P, Martin Porubszky, Piaristen-Ord enspriester. *) *) Feldzüge des Prinzen Eugen I S. 294. a) a. a. 0.

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