Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

48 zurück, wo er an der Stiftung der Propaganda durch Gregor XY hervorragenden Antheil hatte. Auch Urban VIH schätzte ihn hoch und schickte ihn 1629 in Angelegenheiten des Mantuaner Erbfolgestreites nach Wien. Hier starb er am 16. Februar 1630 in der kaiserlichen Hofburg im Beisein des Kaisers *). In der Schlacht bei Lützen am 8. November 1632 fand auch ein hoher Kirchenfürst auf dem Felde der Ehre seinen Tod.. Es war der Abt von Fulda, Johann Bernhard Schenk von Schweinsberg, ein guter Freund des Feldmarschalls Tilly. In der Relation über die Schlacht bei Lützen wird berichtet, dass der Abt von Fulda, als er vor der Schlacht der Armee den Segen ertheilte und dann auf dem Wahlfelde umherritt, vom Feinde an der Kleidung erkannt und durch einen Pistolenschuss getödtet wurde2). § 2. Die Errichtung von Seelsorgen (ler Truppenkörper und der Militär-Erziehung»- und Bildungs-Anstalten. Eine der ältesten militärischen Institutionen war die Regiments-Seelsorge; denn mit der Aufstellung des Re­gimentes wurde zugleich bei jedem Regiment auch die Seelsorge systemisiert. Der Obrist hatte das Recht, den Regiments-Kaplan zu wählen, der gewöhnlich ein Ordens­geistlicher war, vornehmlich aus dem Jesuitenorden. Mit der Entwicklung derWehrmacht zu Ende des 17. und Beginn des 18. Jahrhunderts wurden auch bei den übrigen Truppen Feldkapläne, beziehungsweise Seelsorger systemi­*) Yergl. B. Müller, Leben und Wirken des Dieners Gottes Do­minicus a J. M., Wien 1878. 2) Krgs.-Arch., Feldacten XI, 195 ex 1632.

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