Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

142 ganz eigenen Verhältnisse eines Militär-Seelsorgers er­forderten. Nebst den obigen geistlichen Jurisdictions-Facultäten wurden den Feldkaplänen auch Amts-Instructionen zur genauen Darnachachtung mitgegeben. § 2. Die Heranbildung' des Militär-Clerus. Bischof Kerens wusste, dass er nur mit einem tüchtigen Militär-Clerus seine Aufgabe zu lösen imstande sein werde, weshalb er alles aufbot, um sein Ziel zu erreichen. Die Wichtigkeit der Militär-Seelsorge, die schwierigen Verhältnisse derselben sowie die mit derselben unvermeidlich verbundenen körperlichen Beschwerden und Anstrengungen bestimmen die für einen Feldgeistlichen erforderlichen Eigenschaften. Er hat nicht nur den Gottesdienst abzuhalten, die Soldaten über die Wahrheiten der Religion zu belehren und die militärische Jugend in der Religion zu unterrichten; sondern er hat auch durch Worte und eigenes Beispiel dahin zu wirken, dass Frömmigkeit und Gottesfurcht, Sitt­lichkeit und Ehrbarkeit unter den seiner geistlichen Obhut an vertrauten Personen erhalten und befördert, Gleichgiltigkeit gegen die Religion und den Gottesdienst, Irreligiosität und Unsittlichkeit sowie Ausschweifungen aller Art sorgfältig hintangehalten und verhindert werden. Er hat aus allen Kräften bei jeder schicklichen Gelegenheit dahin zu trachten, dass die ihm Anvertrauten in der eifrigen Erfüllung ihrer Pflichten gegen Gott, gegen den obersten Kriegsherrn, gegen das Vaterland und gegen ihre Vorgesetzten immer mehr befestigt und hiezu ermuntert werden.

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