Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)
Gruppe 04: Inneres/Justiz (Rudolf Jerabek’, Heinz Placz) - Deutschböhmische Landesregierung
Archiv der Republik Bestandsgruppe 04 04R104/1 Deutschböhmische Landesregierung 1918 - 1919 44 Kartons Provenienz(en): Deutschböhmische Landesregierung 1918 - 1919 Bestandsschwerpunkt(e): Ärarische Güter - Finanzen - Gemeinde- und Bezirksangelegenheiten - Krankenpflege- Kultus - Landesschulen - Militärangelegenheiten - Personalangelegenheiten - Polizei- Presse - Stiftungen - Technik - Unterricht - Verkehrswesen - Verwaltung - Volksemährung - Volksgesundheit - Wirtschaft Rechtsgrundlagen: Die konstituierende Provisorische Landesversammlung für Deutschböhmen beschloß am 29. Oktober 1918 ihren Beitritt zum Staat Deutschösterreich und beschloß weiters eine Provisorische Verfassung. Zum Landeshauptmann wählte man Raffael Pacher, der am 5. November 1918 von Dr. Rudolf Lodgman von Auen abgelöst wurde. Landeshauptstadt wurde Reichenberg. Durch den "Beschluß der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich vom 12. November 1918 betreffend die feierliche Beitrittserklärung der Länder, Kreise und Gaue"(StGBl. Nr. 23/1918), stellte sich Deutschböhmen unter den Schutz der ganzen Nation. Das Gesetz vom 14. November 1918 "betreffend die Übernahme der Staatsgewalt in den Ländern" (StGBl. Nr. 24/1918) bildete die rechtliche Basis zur Bildung der Landesversammlungen und -regierungen. Aufgrund des Gesetzes vom 22. November 1918 "über Umfang, Grenzen und Beziehungen des Staatsgebietes von Deutschösterreich" (StGBl. Nr. 40/1918) und der gleichlautenden Staatserklärung vom 22. November 1918 war nun Deutschböhmen erklärter Bestandteil der Republik Deutschösterreich. Durch Beschluß des Staatsrates vom 25. November 1918 (AdR, StRP, Nr. 44) wurde eine Abteilung bei der deutschösterreichischen Staatskanzlei für Deutschböhmen und Sudetenland (Sudetendienst) als Verbindungsstelle zu den Landesregierungen eingerichtet (AdR, StK, ZI. 851/1918). Nachdem die Tschechen mit der Besetzung der deutschböhmischen Gebiete begonnen hatten, verließ die Deutschböhmische Landesregierung Mitte Dezember 1918 Reichenberg. Der neue Amtsitz wurde das Abgeordnetenhaus in Wien. Kurz nach Unterzeichnung des Friedensvertrages in St. Germain am 10. September 1919 mußte die Deutschböhmische Landesregierung aufgelöst werden. Bestandsbeschreibung: Der Bestand besteht zum Teil aus Akten des Präsidiums und einer allgemeinen Reihe. Diese sind teils alphabetisch, teils nach Departements pro Jahr betreffsmäßig abgelegt. 189