Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)
Gruppe 01: Michaela Follner: Auswärtige Angelegenheiten - Österreichische Vertretungsbehörden im Ausland
Bestandsgruppe 01 Archiv der Repubuk 01R441/1 Österr. Vertretungsbehörden im Ausland Gesandtschaft Rio de Janeiro 1925 - 1938 7 Kartons Provenienz(en): Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten 1925 - 1938 Bestandsschwerpunkt(e): Ausbürgerungen - außenpolitische Korrespondenz - Handel - Kolonien - Militaria - Nationalsozialismus - Personalia - Propaganda - Vaterländische Front - Vereine Rechtsgrundlagen: Am 12. November 1918 bestand in Rio de Janeiro (Petröpolis) eine österreichischungarische Gesandtschaft. Franz Kolassa war von 12. November 1918 bis 27. Mai 1920 österreichischer Gesandter in Rio de Janeiro. Danach wurde die Gesandtschaft liquidiert. Da die Zahl der in Brasilien lebenden Österreicher so groß war, sie wurde mit rund 80.000 beziffert (AdR, BMfA/NAR, F6 Rio de Janeiro 1, Staatsamt für Äußeres, ZI. 16.794-13/1920), schien es unbedingt notwendig, eine österreichische Vertretung einzurichten. Bis dahin übernahm die königlich-niederländische Regierung den Schutz der österreichischen Staatsangehörigen in Brasilien (AdR, BMfA/NAR, F6 Rio de Janeiro 1, Staatsamt für Äußeres, ZI. 49.246-6/1920). Am 13. Juli 1923 stellte das Bundesministerium für Äußeres den Antrag an das Finanzministerium, eine österreichische Gesandtschaft in Rio de Janeiro zu errichten. Da der Auswandererstrom von Österreich nach Brasilien stetig anstieg und der österreichische Vertretungsdienst von den unbesoldeten Honorarkonsuln in Rio de Janeiro, Bahia, Para, Curityba, Pernambuco, Santos, Sao Paulo und Victoria, nicht den Anforderungen genügte, beantragte das Außenministerium am 1. August 1923 neuerlich die Errichtung einer Gesandtschaft (AdR, BMfA/NAR, F4 Retschek DB, Bundesministerium für Äußeres, ZI. 16.786-4/1923). Mit Ministerratsbeschluß vom 17. März 1925 wurde Anton Retschek, der bereits seit 1910 österreichischer Generalkonsul der damaligen österreichisch-ungarischen Gesandtschaft in Rio de Janeiro war, zum Ministerresidenten bei den Republiken Brasilien, Argentinien und Uruguay bestellt (AdR, BMfA/NAR, F4 Retschek DB, Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten, ZI. 62.307-20/1925). Am 29. April 1925 traf Retschek in Rio de Janeiro ein und trat seinen Dienst an (AdR, BMfA/NAR, F4 Retschek DB, Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten, ZI. 76.882-20/1925). Bestandsbeschreibung: Die vorhandenen politischen Berichte, Erlässe und Reservatakten sind chronologisch 94