Erdő Péter - Rózsa Huba: Eschatologie und Jahrtausendwende 2. Deutsch-Ungarischer Theologentag Budapest, 3. März 2000 - Studia Theologica Budapestinensia 26. (2000)

Pál Bolberitz: Thanatologie und Eschatalogie

Pál BOLBERITZ THANATOLOGIE UND ESCHATOLOGIE In meinem Referat möchte ich über das Verhältnis zwischen der Thanatologie und Eschatologie handeln. Der Begriff 'Thanatologie' kommt zum ersten Mal im Ernst Haeckels Werk „Welträtsel" vor. Er erscheint dort jedoch nicht in dem Sinn, wie er in den letzten Jahr­zehnten gebraucht wird. Die Thanatologie ist eine relativ neue Wis­senschaft. Das Problem des Todes wurde bereits von Philosophen und Theologen auch früher erörtert. Die Thanatologie, d.h. die Lehre über die Kunst des guten Todes („ars bene moriendi") begann in den sechziger Jahren des 20-en Jahrhunderts sich zu entfalten - und zwar als ein interdisziplinäres Fach der Psychologie und der Medizin - vor allem infolge der Tätigkeit von Elisabeth Kübler-Ross, R. A. Moody und Verena Kast.1 Das Wort 'Escathologie' taucht das erste Mal in 1677 in dem Werk „Escathologia sacra" als Schlusstractat der christli­chen Dogmatik von A. Calov auf (vgl. Systematis locorum theologi­corum),1 2 und von dieser Zeit an verbreitet sich in der Theologie der mit den Termini 'Eschatologie' oder 'De novissimis' oder 'De extre- misis' bezeichnete Teil der Dogmatik, der sich mit den Fragen des To­des, der Auferstehung, des Endurteils und des ewigen Lebens im Rahmen des kirchlichen Lehramts befasst, obwohl das Christentum diese Themen schon von Anfang an behandelte. Das Thema 'Tod' wird in der modernen Gesellschaft tabuiert, über den es sich nicht zu sprechen schickt und mit dem man den, für das irdische Leben so optimistisch begeisterten Menschen nicht „stö­ren" darf (vgl. „the american way of dying"). Sobald dieser Optimis­mus aber auf die Weise welcher Art gefragt werden kann, tritt das Thema 'Tod' (wenigstens als Thema des individuellen Interesses) in den Vordergrund. Die Medizin betrachtet den Tod als eine „letzte Krankheit", gegen die man kämpfen muss, die sie jedoch nicht heilen kann. Gleichzeitig vermag die Medizin diesen Misserfolg doch nicht 1 E. KÜBLER-ROSS, On Death and Dying, Macmillan, New York, 1970.; R. A. MOODY, Life after Life, Covington, Georgia, 1975.; V. KAST, Trauern, Kreuz, Stuttgart, 1991.12.Auflage. 2 A. CALOV, Systema locorum theologicorum, 12. Escathologia sacra, 1677.; a.a. O.Epist.dedic: in hac Escathologia. 75

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