Folia Theologica 22. (2011)
Kuminetz Géza: Rechtliche, religonsphilosophische und psychologische Gesichtspunkte der Busse
84 Géza KUMINETZ III. Psychologische Erwägungen über die Sünde, das Schuldgefühl und die Reue25 Bei der Entdeckung und einer entsprechenden Behandlung unserer Schuldigkeit verhindert uns ausser der rechtlichen und philosophischen Vorurteile unter den herrschenden psychologischen Richtungen vor allem die Auffassung der Tiefenpsychologie. Und die Wurzel dieser Irrtümer besteht darin, dass der Mensch die persönliche Verantwortung für seine sündhaften (bösen) Taten, für seine sündhaften (bösen) Gedanken und seine sündhaften (bösen) Gefühle nicht mehr übernehmen will. In diesem Kapitel werden wir das Problem der Sünde, des Schuldgefühls und Gewissens kurz erörtern, und zwar so, wie das heute die Wissenschaft der aufgrund der katholischen Antropolo- gie zurechtkommenden Psychologie sieht und sehen lässt. Es gehört ebenfalls zu den Irrtümern, dass Gott mit der Sünde und Busse nichts zu tun hat. Ganz im Gegenteil, Er spielt beim Erlangen der Sündenvergebung die Hauptrolle. Darum müssen wir behaupten, wie man in der Beichte26, die eine sakrale und sakramentale Art ist, seine Schuldgefühle loswerden kann, die wahrhaftig übernatürliche Tat die 25 In diesem Kapitel stützen wir uns in erster Linie auf die Gedanken des Professors für Psychologie Mihály Szentmártoni. Vgl. Szentmártoni, M., La confessione. Teológia, psicologia e pastorale in dialogo in Folia Theologica 6 (1995) 173-196. Szentmártoni, M., Lelkipásztori pszichológia [Seelsorgerische Psychologie], Budapest 1999. Szentmártoni, M., Istenkeresésünk útjai [Wege unserer Suche nach Gott], Szeged 2000. Benkő, A. - Szentmártoni, M., A gyógyító Jézus nyomában. A lelki élet lélektanához [Auf der Spur des heilenden Jesus. Zur Psychologie des geistigen Lebens], Budapest 2003. Benkő, A. - Szentmártoni, M., Testvéreink szolgálatában. A pasztorálpszichológiáról mindenkinek [Im Dienste unserer Mitmenschen. Über die Pastoralpsychologie für alle], Budapest 2002. 26 Der Kathechismus der Katholischen Kirche nennt das Sakrament der Vergebung mit fünf Namen: „Man nennt es Sakrament der Umkehr, denn es vollzieht sakramental die Umkehr, zu der Jesus aufruft, den Schritt der Rückkehr zum Vater, von dem man sich durch die Sünde entfernt hat. Man nennt es Sakrament der Buße, weil es einen persönlichen und kirchlichen Schritt der Umkehr, der Reue und Genugtuung des sündigen Christen darstellt. Man nennt es Sakrament der Beichte, denn das Geständnis, das Bekenntnis der Sünden vor dem Priester, ist ein wesentliches Element dieses Sakramentes. Dieses Sakrament ist auch ein Bekenntnis im Sinn der Anerkennung und des Lobpreises der Heiligkeit Gottes und seines Erbarmens gegenüber dem sündigen Menschen. Man nennt es Sakrament der Vergebung, denn durch die sakramentale Lossprechung des Priesters gewährt