Folia Theologica 22. (2011)

Kuminetz Géza: Rechtliche, religonsphilosophische und psychologische Gesichtspunkte der Busse

RECHTLICHE, RELIGIONSPHILOSOPHISCHE ... 73 Gottheit notwendigerweise verletzt, und der Mensch unsicher ist, ob die Gottheit nach seiner Busse und der Wiederherstellung der verur­sachten Schäden die begangenen Sünden wirklich vergeben hat. Im Lichte der natürlichen Vernunft kann der menschliche Verstand mit Hilfe der Reflexion auf die Erfahrung die folgenden Wahrheiten er- schliessen: 1) Es gibt einen einzigen Gott. 2) die Welt, in der spezifische Gesetze durchgesetzt werden, ist vom Gott geschaffen worden.8 3) die menschliche Seele ist unsterblich und 4) der Mensch ist auch ein geistiges Wesen, das heisst er hat sowohl Verstand als auch freien Wil­len. Die menschliche Vernunft schafft also die Gesetze der Welt nicht, nicht einmal die grundlegenden Gesetze der physischen, geistigen, moralischen oder rechtlichen Welt, sondern sie erkennt sie bloss, und sie stehen vor ihr als sogenannte Imperative. Der Mensch kann in sie durch seinen Verstand mehr oder weniger tief hineinschauen. Durch seine Freiheit ist er imstande, die Gesetze zu überschreiten, sie zu miss­brauchen. Der Mensch kann die der Natur abgesehenen physischen, sollen bemerken, dass diese als altmodisch scheinende Beschreibung hat nichts an seinem Wert verloren. Und zwar darum nicht, weil nur unsere Wil­le frei ist, und durch ihn sind wir auch frei. Der Verstand wird durch die er­kannte Wahrheit gebunden, unsere Gefühle werden durch deren spezifische Inhalte gebunden. Diese können wir ausschliesslich mit Hilfe des Willens überprüfen. Das Fällen des endgültigen Urteils ist im engen Sinne des Wor­tes eine Entscheidung des Willens. Dieser Ausdruck ist dem Wort des bibli­schen Herzens und der Reinheit der Absicht nicht entgegengesetzt, sondern er ist gerade ein konstitutives Element von dem. Unsere weitere Bemerkung bezieht sich darauf, dass die Menschen heute seltener so weit kommen, die wahre Freiheit des Willens auszuarbeiten das heisst die wirkliche Willens­kraft zu verschaffen. Dessen sind sie nur zum Teil schuldig, da die Gesell­schaft ihre neuen und die Arbeit beginnenden Mitglieder diesbezüglich im allgemeinen nicht rüstet. 8 Die Thesen der Naturwissenschaft stehen zu dieser Behauptung nicht im Gegensatz, weil noch niemand die ewige Materie gesehen hat. Die Natur­wissenschaft führt nur empirische Tatsachen auf andere, allgemeinere Tatsachen und Gründe zurück. Wir müssen sogar behaupten, dass für die Naturwissenschaft die entsprechende Lösung der folgenden Fragen nur durch naturwissenschaftliche Methode heute und für ewig unlösbar bleibt: 1) „das Wesen der Kraft und Materie, 2) die Bewegung, 3) der Ursprung des Lebens, 4) die zweckentsprechende Einrichtung der Natur, 5) die Entste­hung des Gefühls, 6) die Entstehung des Gedankens und 7) die Freiheit des Willens". Vgl. Dudek, J., Dogmatikai olvasmányok [Dogmatische Lesungen], Budapest 1914.17. Das bedeutet, dass auch die Natur voll von Geheimnissen ist.

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